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Veranstaltungen

Vorträge, Podiumsdiskussionen, Fachgespräche und Konferenzen. Ein Archiv, nach Status und Format filterbar, statt getrennter Seiten je Format.

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2026

03
Dez
2026

Podiumsdiskussion mit dem Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel

Logenhaus Berlin-Dahlem, Peter-Lenné-Straße 1, 14195 BerlinDonnerstag, 3. Dezember 2026Uhrzeit folgtHans-Eckardt Wenzel, Liedermacher
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Beschreibung und Veranstaltungsdetails

Am 3. Dezember 2026 lädt die Eurasien Gesellschaft zu einer Podiumsdiskussion mit dem Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel in das Logenhaus in Berlin-Dahlem ein. Bitte merken Sie sich den Termin vor. Uhrzeit, Programm und Plakat folgen in Kürze.

20
Okt
2026

Aktuelle Entwicklungen in Asien – Was haben die Summits von BRICS, SCO und APEC gebracht?

Sprechsaal, Marienstraße 26, 10117 BerlinDienstag, 20. Oktober 202618:30 UhrKai Kleinwächter (WeltTrends) und Dr. Hauke Ritz
Vortrag
Rückblick

Die Eurasien Gesellschaft e. V. lädt herzlich ein zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Aktuelle Entwicklungen in Asien – Was haben die Summits von BRICS, SCO und APEC gebracht?“

Unsere Gesprächspartner sind Kai Kleinwächter, Autor und Vereinsvorsitzender von WeltTrends, und Dr. Hauke Ritz, Philosoph, Autor und Verleger.

Dienstag, 20. Oktober 2026, Beginn 18:30 Uhr, Einlass ab ca. 18:00 Uhr. Sprechsaal, Marienstraße 26, 10117 Berlin.

Anmeldung bitte per E-Mail an kontakt@eurasien-gesellschaft.org. Die Teilnehmergebühr von 10 € überweisen Sie bitte mit dem Vermerk „Summits 20.10.2026“ auf das Vereinskonto: Eurasien Gesellschaft e. V., IBAN DE54 1009 0000 2894 9370 01.

18
Okt
2026

Vortrag von Alexander Rahr auf der Friedenskonferenz der Partei dieBasis

Wegberg (Nordrhein-Westfalen)Sonntag, 18. Oktober 2026Alexander Rahr
Vortrag
Rückblick

Am 18. Oktober 2026 sprach Alexander Rahr, Vorsitzender der Eurasien Gesellschaft, auf der Friedenskonferenz der Partei dieBasis in Wegberg (Nordrhein-Westfalen). Sein Vortrag im Wortlaut:

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Wir erleben einen epochalen Paradigmenwechsel, einen tektonischen Umbruch der Weltgeschichte. Solche Veränderungen sind selten. Sie ereignen sich vielleicht nur einmal im Leben eines Menschen. Und doch fällt es uns schwer, ihre Tragweite zu erkennen, weil wir noch immer in den Kategorien der vergangenen Epoche denken.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion und das Ende des Kalten Krieges 1989 bis 1991 haben im Westen eine tief verwurzelte Überzeugung hervorgebracht: die Vorstellung, dass der Westen den historischen Wettstreit gewonnen habe und seine politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung nun endgültig zum Modell für die ganze Welt geworden sei.

Doch diese Vorstellung ist überholt.

Der vermeintliche Sieg des Westens von 1990 und 1991 gehört inzwischen der Geschichte an. Die Welt hat sich weiterentwickelt, und die Machtverhältnisse haben sich grundlegend verändert. Wir leben heute in einer Welt, die zunehmend durch Multipolarität geprägt ist. Neue Machtzentren entstehen, alte verlieren an Einfluss, und die internationale Ordnung wird neu ausgehandelt.

Der Westen steht nicht mehr selbstverständlich auf dem Siegerpodest. Niemand kann heute mit Gewissheit sagen, wie die Weltordnung von morgen aussehen wird, aber wir denken noch, dass sich die heile Welt der 1990er wieder reparieren lässt.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Widerspruch in Europa. Europa droht geopolitisch ins Abseits zu geraten. Die Vereinigten Staaten verlieren in Teilen der Welt an Einfluss, während China seine wirtschaftliche und politische Stellung ausbaut. Asien überholt Europa, dort brummen die Wirtschaftsmotoren stärker.

Auch Russland bleibt trotz seiner Konfrontation mit dem Westen ein wichtiger Akteur, insbesondere im eurasischen Raum und im Nahen Osten. Zugleich gewinnen Staaten in Afrika und anderen Regionen an Bedeutung und verlangen zu Recht eine stärkere Stimme in der internationalen Politik.

Die alte, westlich geprägte Weltordnung löst sich auf. An ihre Stelle tritt eine Ordnung, in der mehrere Machtzentren miteinander konkurrieren, kooperieren und um Einfluss ringen.

In der Eurasien Gesellschaft in Berlin reden wir oft darüber und fragen uns: wie reagiert Europa auf diese Entwicklung? Die Europäische Union spricht von strategischer Autonomie, von einer eigenen geopolitischen Rolle und von einer stärkeren militärischen Handlungsfähigkeit. Das ist zunächst verständlich: Europa muss seine Interessen selbst definieren und war seit Ende des Zweiten Weltkrieges fast ausschließlich von anderen Mächten fremdbestimmt.

Wollen wir ein Europa, das sich als eigenständiger Akteur für Frieden, Diplomatie und internationale Zusammenarbeit einsetzt? Oder wollen wir ein Europa, das seine neue Identität vor allem aus der Abgrenzung gegenüber Russland und aus einer fortschreitenden Militarisierung gewinnt?

Wenn die Antwort auf diese Frage allein darin besteht, Russland als dauerhaften Feind zu betrachten, dann wird Europa seine strategische Zukunft auf einem falschen Fundament aufbauen.

Die Experten unserer Eurasien Gesellschaft arbeiten an einer neuen Sicherheitsarchitektur – fürchten aber eine neue Konfrontation. Die europäische Sicherheitsarchitektur befindet sich in einem dramatischen Umbruch.

Die Vereinigten Staaten könnten ihre Rolle als verlässliche Schutzmacht Europas zunehmend infrage stellen. Gleichzeitig verschärft sich die Konfrontation mit Russland, während der wirtschaftliche und technologische Wettbewerb zwischen den USA und China immer stärker die internationale Politik bestimmt.

Die NATO steht vor erheblichen inneren Spannungen. Die Interessen der Vereinigten Staaten und Europas sind nicht mehr identisch. Washington betrachtet China als zentralen strategischen Rivalen und will verhindern, dass sich Russland und China dauerhaft zu einem geschlossenen Machtblock verbinden. Europa hingegen konzentriert seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf Russland und den Krieg in der Ukraine.

Damit droht Europa in einen Widerspruch zu geraten: Es möchte selbstständiger werden, richtet seine strategische Orientierung aber weiterhin an den überlieferten Konfliktlinien des Westens aus, statt zu antizipieren, dass wir zunehmend in einen Nord-Süd-Konflikt geraten.

Zugleich verschärfen sich die gesellschaftlichen Spannungen innerhalb der europäischen Staaten. Liberale, linke und konservative Kräfte ringen um die politische Ausrichtung ihrer Länder, um nationale Interessen, gesellschaftliche Identität und das Verhältnis zur globalen Sicherheit.

Diese Konflikte spiegeln die Unsicherheit einer Gesellschaft wider, die spürt, dass ihre bisherige Ordnung und ihr Wohlstand ins Wanken gerät.

Hinzu kommt der Aufstieg Chinas. Mit seiner wirtschaftlichen Stärke und Projekten wie der Neuen Seidenstraße erweitert das Land seinen Einfluss weit über Asien hinaus. Dabei entsteht zunehmend ein eurasischer Wirtschafts- und Verflechtungsraum, dessen Bedeutung für die Zukunft der Weltwirtschaft kaum überschätzt werden kann.

Die europäische Sicherheitsarchitektur wird bald stärker vom Osten und Eurasien beeinflusst sein, als durch die Transatlantischen Beziehungen.

Die entscheidende Frage lautet, ob Europa in dieser neuen Ordnung eine eigenständige Rolle spielen kann – oder ob es wieder zwischen den großen Machtzentren aufgerieben wird.

Im Think Tank der Eurasien Gesellschaft schauen wir genau auf Deutschlands Anspruch auf Führung. In dieser Situation erhebt Deutschland zunehmend den Anspruch, an die Spitze Europas zu treten.

Die wirtschaftliche Führungsrolle allein reicht dafür jedoch nicht mehr aus. Berlin setzt deshalb verstärkt auf militärische Fähigkeiten, sicherheitspolitische Verantwortung und geopolitischen Einfluss. Deutschland möchte innerhalb Europas gestalten und dazu beitragen, die amerikanische Führungsrolle zu ersetzen.

Doch damit verändert sich auch das Selbstverständnis der deutschen Außenpolitik.

Aus einem Land, dessen politische Identität nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich durch die Verpflichtung zu Frieden, Scheckbuchdiplomatie und europäischer Verständigung geprägt war, soll eine führende Militär- und Ordnungsmacht werden.

Deutschland übernimmt zunehmend die Mythen der osteuropäischen Länder, die die europäische Einheit als Freiheitskampf gegen das kommunistische und nachher imperialistische Russland begreifen.

Es besteht die Gefahr, dass aus dem Wunsch nach einer neuen europäischen Führungsrolle eine Politik wird, die ausschließlich auf die strategische Niederlage Russlands zielt und den Konflikt zwischen Ost und West weiter verschärft. Dabei droht eine gefährliche Denkweise: Die Welt wird in Demokratien und Nichtdemokratien eingeteilt, und aus politischen Gegensätzen werden moralische Frontstellungen. Der Konflikt erhält damit den Charakter eines ideologischen Kreuzzugs.

Die Ziele der Kriegsparteien reichen inzwischen weit über die ursprünglichen Konfliktfragen hinaus. Es geht längst nicht mehr um Territorien und Geopolitik, sondern um Werte, Zivilisationsbrüche.

Russland verfolgt eisern eigene strategische Ziele, darunter die Forderung nach einer korrigierten europäischen Ordnung. Und nach Ausschluss westlichen Einflusses in seiner direkten Nachbarschaft.

Eine gesamteuropäische Friedensordnung schien in den 1990er Jahren greifbarer. Zur Mutter aller Probleme wurde aber die NATO-Osterweiterung. Moskau betrachtete diese als Einkreisung und gegen sich gerichtet. Ein Moratorium auf den NATO-Beitritt ehemaliger Sowjetrepubliken hätte vermutlich den Ukraine-Krieg verhindert.

Andererseits argumentierte der Westen, Russland sei keine Großmacht mehr, wie einst die Sowjetunion, und dürfe keine Einflusssphären in seiner Nachbarschaft beanspruchen.

Es gab noch weitere Ansatzpunkte für politische Lösungen. Die Minsker Abkommen 2015 zur Autonomie des Donbas, die Verhandlungen von Istanbul 2022 zur Neutralität der Ukraine – auch das Gipfeltreffen in Anchorage 2025 hätten nicht von den Europäern boykottiert werden dürfen.

So aber entschieden die Europäer alles zu tun, um Russland eine strategische Niederlage zuzufügen – um den Status von 1991 wieder herzustellen.

Aber die russische Kriegsführung in der Ukraine entwickelte sich längst zu einer Existenzfrage für Russland als künftige Großmacht. Russland läuft Gefahr, im Falle einer Schwächung, seine Großmachtambitionen, die für das Land identitätsstiftend sind, zu verlieren.

Es versteht sich von selbst, dass eine künftige europäische Friedensordnung die Souveränität und Sicherheit der Ukraine ebenso berücksichtigen müsste, wie die Sicherheitsinteressen Russlands und aller anderen europäischen und eurasischen Staaten.

Denkbar wären schrittweise Vereinbarungen über Abrüstung, Entspannung, Koexistenz.

Wie es heute scheint, wollen alle Konfliktparteien keine Kompromisse eingehen und den Krieg der Diplomatie vorziehen. Die Zukunft sollte durch einen klaren Sieg der einen Seite und eine klare Niederlage der anderen besiegelt werden.

Vernünftigerweise müssten sich die Kontrahenten ehrlich eingestehen, dass eine anhaltende Konfrontation oder gar ein Krieg Europa und dessen Wirtschaft lahmlegen wird.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

26
Aug
2026

Buchgespräch: „Die verschlüsselte Chronik der Menschheitsgeschichte“

Preußensaal des Logenhauses, Peter-Lenné-Straße 1, 14195 BerlinMittwoch, 26. August 202619:00 UhrAlexander Rahr, Autor und Historiker
Buchgespräch
Rückblick

Am 26. August 2026 fand eine Lesung des neuen Buches von Alexander Rahr „Die verschlüsselte Chronik der Menschheitsgeschichte“ in Berlin-Dahlem statt. Der Autor hat als Historiker versucht, den Inhalt einer alten Schrift aus der Renaissance-Zeit – die Epistel von Nostradamus an den französischen König Heinrich II. aus dem Jahr 1557 – anhand neuerer Archivfunde und mithilfe Künstlicher Intelligenz zu bewerten.

Im Buch werden erstaunliche Hinweise auf die aktuelle „Zeitenwende“ rekonstruiert. In der folgenden lebhaften Diskussion wurden unterschiedliche Standpunkte vertreten. Einige Wissenschaftler rieten davon ab, sich mit den Prophezeiungen von Nostradamus zu beschäftigen. Niemand könne die Zukunft vorhersagen. Andere Teilnehmer lobten die historische Aufarbeitung der europäischen Entwicklung der letzten Jahrhunderte im Buch.

An der Gesprächsrunde nahm auch der Verleger des Buches, Werner Betz (Ancient Mail Verlag), teil. Das Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich und hat schon etliche Rezensionen bekommen.

25
Jun
2026

Sommerfest 2026

Logenhaus, BerlinDonnerstag, 25. Juni 202619:00 UhrPodiumsdiskussion & Begegnung
Vergangen
Rückblick

Viele Freunde und Mitglieder der Eurasien Gesellschaft trafen sich zu einem schönen Sommerfest.

Der Abend begann mit einer Diskussion aktueller politischer Fragen und Berichten zu internationalen Begegnungen, an denen Vertreter der Eurasien Gesellschaft teilnahmen.

Am Grillbuffet wurden die Diskussionen bei schönem Wetter fortgesetzt.

05
Mai
2026

Energie-Krise: Können wir ohne russisches Öl und Gas auskommen?

BerlinDienstag, 5. Mai 202619:00 UhrWolfgang J. Hummel
Vortrag
Rückblick

Energiekrise: Gibt es Versorgungsalternativen zu Russland?

Wirtschaftsrechtsanwalt Wolfgang Hummel trug am 5. Mai 2026 in der Eurasien Gesellschaft in Berlin-Mitte zum Thema EU-Sanktionen gegen russisches Öl und Gas vor. Der Iran-Krieg hat, nach dem Ukraine-Krieg, zur weltweiten Energiekrise geführt. Der Persische Golf ist als Energieversorger ausgefallen. Die Energiepreise steigen rasant, die Energiesicherheit Europas ist massiv gefährdet, gleichzeitig wird die zweitgrößte Energiesupermacht - Russland - vom Westen sanktioniert.

Die Transportinfrastruktur, die 50 Jahre zur europäischen Energiesicherheit beigetragen hat, liegt auf Eis.

Wolfgang Hummel kritisierte, dass die EU einfach nicht registriert, dass Russland in der globalen Weltwirtschaft gar nicht isoliert ist, dass der Westen tatsächlich keine echten Alternativen zu russischen Energieträgern hat, dass andere Bezugsquellen im Vergleich zu den russischen zu kostspielig sind. Die EU bezahlt ihre Sanktionspolitik damit mit dem eigenen Wohlstandsverlust.

Laut Wolfgang Hummel wird Deutschland ohne billige Energieimporte aus Russland die Deindustrialisierung des Landes nicht stoppen können. Die Insolvenzen hierzulande nehmen zu, insbesondere in der Chemieindustrie. Große Konzerne werden vom Staat finanziell „gerettet“, aber nur für kurze Zeit. Russische Firmen werden unter staatlicher Zwangsverwaltung gestellt, außerhalb Europas sinkt das Vertrauen in den Standort EU.

Die deutsche Politik und Medien, die der russischen Wirtschaft eine strategische Niederlage zufügen wollen, verhalten sich erschreckend realitätsfremd. Die Umweltproblematik bei LNG-Lieferungen wird beispielsweise gar nicht beachtet.

Die USA und Russland profitieren beide als Energieversorger von der Energiekrise. Die Abhängigkeiten der Europäer von den USA steigen ins Unermessliche. Wolfgang Hummel zeigte sich entsetzt darüber, wie Deutschland und die EU selbstschädigend agieren. Vor allem Deutschland opfert seine Wirtschaft für die Ukraine, die formal gar kein Bündnispartner des Westens ist.

Herr Hummel glaubt, dass Europa nicht umhin kommen wird, mit Russland und China zusammenzuarbeiten. Ohne Rohstoffe aus diesen Ländern kann Europa nicht lange existieren. Die Ostpolitik der 1960/70er Jahre war kein Fehler.

Der Vortrag provozierte viele Fragen und Kommentare. Einige wunderten sich, wie sich die Wirtschaft den politisch Herrschenden beugt, und wie die Bevölkerung Angst vor Widerstand gegen die Politik hat. Nur sehr wenige wollen für sich Reputationsrisiken in Kauf nehmen.

Unser Referent: Wolfgang J. Hummel. Er ist Wirtschaftsanwalt in Berlin und verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in deutsch-russischen und deutsch-ukrainischen Wirtschafts- und Infrastrukturprojekten. Er vertrat erfolgreich Mitarbeiter der PCK-Erdölraffinerie in Schwedt/Oder in einem Prozess gegen das Bundeswirtschaftsministerium.

29
Apr
2026

Teilnahme am Petersburger Dialog

MoskauMittwoch, 29. April 202619:00 UhrNahost-Konflikt & Ukraine
Fachgespräch
Rückblick

Experten der Eurasien Gesellschaft nahmen am 29. April am Petersburger Dialog in Moskau teil. Überraschend stand auf der Agenda nicht der Krieg in der Ukraine, sondern der neue Nahost-Konflikt, über den die Teilnehmer mit großem Interesse diskutierten.

Besonders die russischen Delegationen waren sich untereinander uneinig. Sie debattierten hitzig: Verfolgte Präsident Trump mit dem Krieg im Iran die Strategie, Amerika als Monopolist der globalen Energieversorgung zu etablieren und die EU energiepolitisch „an die Kandare“ zu nehmen? Oder stolperten die USA kopflos in einen Konflikt hinein, der am Ende ihren Abzug aus dem Nahen und Mittleren Osten bedeuten könnte?

In der Konferenz herrschte eine spürbare Verunsicherung und Ohnmacht, dennoch suchte man gemeinsam nach „gesichtswahrenden Lösungen“ für beide Krisenherde - sowohl im Iran-Krieg als auch in der Ukraine. Deutsche Teilnehmer warnten davor, dass der Iran-Konflikt die Gefahr eines Nord-Süd-Konflikts birgt, der den Ost-West-Konflikt in der Ukraine überlagern könnte.

Den deutschen Gästen bot sich in Moskau kein Bild von einer schwächelnden russischen Wirtschaft. Weder schien Putins Rating dramatisch zu sinken, noch deutete etwas darauf hin, dass Russland an Waffen, Soldaten oder Finanzmitteln Mangel leidet. Dennoch erschwert das Problem der stark verengten Meinungskorridore auf beiden Seiten den Dialog. Wohltuend fiel hingegen die rege Beteiligung jüngerer russischer Germanisten auf, die den Austausch bereicherten.

16
Apr
2026

Rüstungskontrolle, mit Vizeaußenminister Ryabkov

MoskauDonnerstag, 16. April 202619:00 UhrChristoph Polajner
Fachgespräch
Rückblick

Der stellvertretende Vorsitzende der Eurasien Gesellschaft, Christoph Polajner, nahm an einer Sitzung des Trialogue Club International in Moskau teil, auf der der stellvertretende Außenminister der Russischen Föderation, Sergey Alexeevich Ryabkov, über die Zukunft der Rüstungskontrolle und den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) sprach.

Seit der Jahrtausendwende sind zentrale Elemente der kooperativen Sicherheits- und Rüstungskontrollarchitektur schrittweise weggebrochen. 2002 kündigten die USA den Vertrag über antiballistische Raketenabwehrsysteme (ABM-Vertrag). 2019 folgte nach gegenseitigen Vorwürfen von Vertragsverletzungen das Ende des INF-Vertrags über nukleare Mittelstreckensysteme.

2020 traten die USA aus dem Vertrag über den Offenen Himmel aus, Russland folgte 2021, womit das Regime zur gegenseitigen Luftüberwachung faktisch endete. Mit dem Auslaufen von New START am 5. Februar 2026 gibt es erstmals seit Beginn der bilateralen Rüstungskontrolle Anfang der 1970er-Jahre keine rechtlich verbindlichen, verifizierten Obergrenzen mehr für die strategischen Atomwaffen der beiden größten Nuklearwaffenstaaten; politische Erklärungen, bestimmte Begrenzungen freiwillig einzuhalten, können diese Lücke nur begrenzt kompensieren.

An die Stelle vertraglich verankerter Rüstungskontrolle tritt in Europa zunehmend eine sicherheitspolitische Praxis, die primär auf Abschreckung und militärische Stärkung setzt. Dabei gerät in den Hintergrund, dass Rüstungskontrolle in der Forschung vor allem als Instrument zur Senkung von Konflikt- und Eskalationsrisiken durch Transparenz, Verifikation, Vorhersehbarkeit und vertrauensbildende Maßnahmen verstanden wird.

Das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) stellt in seinem jüngsten Bericht fest, dass die weltweiten Militärausgaben 2025 inflationsbereinigt auf rund 2,89 Billionen US-Dollar gestiegen sind - den höchsten bislang von SIPRI gemessenen Wert und das elfte Jahr in Folge mit einem Anstieg. Allein in Europa nahmen die Ausgaben um etwa 14 Prozent auf 864 Milliarden US-Dollar zu, den höchsten bislang für den Kontinent erfassten Wert.

Das PIR Center unter Leitung von Dr. Vladimir Orlov bietet über den Trialogue Club International eine der wenigen Plattformen, die derzeit noch einen strukturierten fachlichen Austausch zu diesen Fragen ermöglichen. Es ist eine der führenden Nichtregierungsorganisationen Russlands und auf Fragen der Nichtverbreitung von Kernwaffen und der globalen Sicherheit spezialisiert. Seit 2010 verfügt sie über beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC).

26
Mär
2026

2026: Krieg oder Frieden?

BerlinDonnerstag, 26. März 202619:00 UhrRahr, Neu, Polajner, Wipperfürth
Podiumsdiskussion
Rückblick

Die Eurasien Gesellschaft veranstaltete eine Diskussionsrunde unter dem Titel ‚2026 - Krieg oder Frieden?‘. Der Fokus lag auf dem aktuellen Stand der internationalen Beziehungen mit besonderem Bezug zum eurasischen Raum. Nach kurzen Referaten der Experten folgte eine lebhafte Podiumsdiskussion mit anschließender Fragerunde des Publikums.

Dr. Alexander Rahr moderierte die Veranstaltung und gab zunächst einen Überblick über die zentralen Probleme und Herausforderungen der internationalen Politik. Dr. Alexander Neu beleuchtete sicherheitspolitische Fragen, unter anderem mit einem Schwerpunkt auf den Ostseeraum. Christoph Polajner präsentierte den aktuellen Stand der europäisch-chinesischen Beziehungen und teilte seine Eindrücke von der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz. Dr. Christian Wipperfürth analysierte die Lage aus der Perspektive der deutschen Politik.

Ein besonderes Highlight war der kurzfristige Gewinn von Dr. Sajjad Safaei als Gastredner, der die aktuelle Situation im Iran vertiefend einordnete.

12
Jan
2026

Veränderungen in der internationalen Ordnung

BerlinMontag, 12. Januar 202619:00 UhrChristoph Polajner
Vortrag
Rückblick

Christoph Polajner zeichnete in einem längeren und tiefer gehenden Vortrag auf einer Veranstaltung, die sich an Mitglieder und Freunde der Eurasien Gesellschaft richtete, Veränderungen in der internationalen Ordnung nach. Er verband dabei eine Analyse dieser Entwicklungen mit Erfahrungen aus seiner langjährigen Tätigkeit in unterschiedlichen Teilen der Welt.

Besonders interessant waren dabei die unterschiedlichen Perspektiven, die er aufzeigen konnte, beispielsweise durch seine Konferenzteilnahmen und Gespräche in Russland in den vergangenen Jahren sowie durch Gespräche in China Ende 2025.

Der Vortrag bildete die Grundlage für eine angeregte Diskussion dieser Themen mit den Gästen im Anschluss, die sich auch im informellen Teil noch lange fortsetzte. Durch den Abend führte Dr. Alexander Neu.

2025

20
Nov
2025

10th China Global Think Tank Innovation Forum

PekingDonnerstag, 20. November 202519:00 UhrChristoph Polajner
Konferenz
Rückblick

Die Eurasien Gesellschaft nahm am zehnten China Global Think Tank Innovation Forum (CGTF) teil. Organisiert vom Center for China and Globalization (CCG) und unterstützt von der China Association of International Trade, zog das Forum mehr als 200 Teilnehmer aus rund 50 Ländern an, darunter Vertreter von etwa 70 Think-Tanks und Botschafter zahlreicher Länder, insbesondere aus der EU.

Christoph Polajner, stellvertretender Vorsitzender der Eurasien Gesellschaft, warb in seinem Beitrag u.a. für Gespräche zur Entwicklung der internationalen Sicherheitsarchitektur und eine intensivere Beschäftigung mit unterschiedlichen Vorstellungen zur Zukunft der internationalen Ordnung. Einige Ideen aus China z.B. zur friedlichen Koexistenz und zur Kooperation im eurasischen Raum könnten von den Europäern aufgegriffen und ergänzt werden und dabei helfen, aus der Negativspirale eines bewaffneten Konfliktes herauszukommen, in der sich Europa gegenwärtig befinde.

09
Okt
2025

Gespräch mit Prof. Theodore Postol

BerlinDonnerstag, 9. Oktober 202519:00 UhrNukleare Abschreckung
Vortrag
Rückblick

Professor Theodore Postol sprach über die Auswirkungen des Einsatzes taktischer Atomwaffen. Die Veranstaltung fand vor dem Hintergrund der Diskussionen über die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland ab 2026 statt.

Dr. Postol erklärte, dass Deutschland möglicherweise vor einer „existentiellen Katastrophe” stehe und Europa zum Zündpunkt eines Dritten Weltkrieges werden könne. In der Diskussion mit den Teilnehmern wurde auch die Debatte in Russland über eine wirksamere nukleare Abschreckung beleuchtet, zu der die Eurasien Gesellschaft am 11. September eine Veranstaltung organisiert hatte.

Prof. Postol ist emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und internationale Sicherheit am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er war außerdem am Argonne National Laboratory, im Pentagon und an der Stanford University tätig. Bis 2019 war er Mitglied der Redaktion der Fachzeitschrift Science & Global Security.

11
Sep
2025

Von der passiven zur aktiven Abschreckung: Russlands neue Sicherheits- und Geopolitik

BerlinDonnerstag, 11. September 202519:00 UhrS. Fischer, A. Rahr, Dr. A. Neu
Vortrag
Rückblick

Die Eurasien Gesellschaft veranstaltete gemeinsam mit der Zeitschrift WeltTrends - Zeitschrift für internationale Politik eine Vortragsveranstaltung zur kürzlich auf Deutsch erschienenen Publikation „Von der passiven zur aktiven Abschreckung - Russlands neue Sicherheits- und Geopolitik“.

Die Autoren der Studie sind Dmitri Trenin, Direktor des Instituts für Globale Militärökonomie, Sergei Karaganow, Leiter der Fakultät für Weltwirtschaft und Weltpolitik an der Higher School of Economics in Moskau, sowie Admiral Sergej Awakjanz, ehemaliger Oberbefehlshaber der russischen Pazifikflotte. Das Dossier richtet sich an den russischen Präsidenten und Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte. Es war ursprünglich nicht zur Veröffentlichung gedacht.

Es gewährt einen seltenen Einblick in das strategische Denken der politischen und militärischen Eliten in Russland.

Die Studie wurde von Dr. Siegfried Fischer, Mitbegründer des Berliner Instituts für Transatlantische Sicherheit, Publizist und Buchautor, vorgestellt. Alexander Rahr und Dr. Alexander Neu von der Eurasien Gesellschaft kommentierten und ordneten Aspekte der Studie in die aktuellen Entwicklungen ein. Die Länge der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmern verdeutlichte die Relevanz dieser in Deutschland bisher wenig beachteten Publikation.

Moderation: Kai Kleinwächter, Verlagsleiter von WeltTrends - Zeitschrift für internationale Politik.

11
Jul
2025

Fachgespräch mit amerikanischen Experten

BerlinFreitag, 11. Juli 202519:00 UhrRay McGovern, Elizabeth Murray
Fachgespräch
Rückblick

Die Eurasien Gesellschaft lud am 11.7.2025 interessierte Experten zum Meinungs- und Informationsaustausch mit den Ex-CIA-Agenten Ray McGovern und Elizabeth Ann Murray in den Sprechsaal in Berlin-Mitte ein.

McGovern war während seiner Tätigkeit für den amerikanischen Auslandsgeheimdienst für die Analyse der Politik der UdSSR sowie die tägliche Unterrichtung mehrerer US-Präsidenten verantwortlich. Heute kommentiert er regelmäßig Entwicklungen in der internationalen Politik, insbesondere die Beziehungen zu Russland. Murray war im National Intelligence Council für den Mittleren Osten zuständig.

Die Amerikaner gaben ihre Einschätzung zu den Ursachen, Hintergründen, Zielen und zum Verlauf des Ukraine-Krieges ab. Gemeinsam wurde über Friedenschancen, Waffenstillstand und die kommende europäische Sicherheitsarchitektur diskutiert. Insbesondere wurde die Rolle Chinas als Vermittler im Konflikt hervorgehoben.

Moderation: Christoph Polajner.

04
Jul
2025

Die deutsche Außenpolitik in Eurasien

BerlinFreitag, 4. Juli 202519:00 UhrDr. Thomas Falk
Vortrag
Rückblick

Russland, Zentralasien und Aserbaidschan standen im Fokus des Vortrages, den der Anwalt für Außenwirtschaftsfragen, Dr. Thomas Falk, auf dem Sommerfest der Eurasien Gesellschaft hielt. Dr. Falk kam zunächst auf den Krieg in der Ukraine zu sprechen, wo eine Friedenslösung möglich, aber äußerst schwierig zu sein scheint.

Danach analysierte der Redner wachsende Kooperationsmöglichkeiten mit Unternehmen in den südlichen Ländern Eurasiens, wie Kasachstan und Aserbaidschan, die auch im Zuge der Zentralasienstrategie der EU für Deutschland von großem Interesse sind.

Christoph Polajner berichtete im Anschluss von seinen Eindrücken vom Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg.

Moderation: Alexander Rahr.

11
Mär
2025

Erbe und Vermächtnis bewahren: Wofür Vollmer und Gorbatschow wirklich kämpften

BerlinDienstag, 11. März 202519:00 UhrP. Erler, A. Rahr u. a.
Podiumsdiskussion
Rückblick

Zusammen mit dem Deutsch-Russischen Forum organisierte die Eurasien Gesellschaft eine Vortragsveranstaltung in Berlin zum Thema Friedenssicherung in Europa. Die Vortragenden - Petra Erler (früher EU-Kommission), Daniela Dahn (Publizistin des linken Spektrums) und Alexander Rahr (Eurasien Gesellschaft) - gedachten anfangs mit bewegenden Worten der verstorbenen Friedensaktivistin Antje Vollmer. Erinnert wurde auch an Michail Gorbatschows Wahl zum Generalsekretär vor genau 40 Jahren.

Gorbatschow leitete bekanntlich eine der bedeutendsten Zeitenwenden der Geschichte ein, an deren Ende die Wiedervereinigung Deutschlands und das Ende des Kalten Krieges standen. Auf dem Podium diskutierten Erler, Dahn und Rahr über den aktuellen Ukraine-Krieg, die Chancen einer Friedenssicherung und der Rückkehr zur friedlichen Einheit Europas.

Moderation: Martin Hoffmann.

Kooperationspartner: Deutsch-Russisches Forum e. V.

27
Feb
2025

Chancen für Frieden in der Ukraine: der Trump-Putin-Gipfel

BerlinDonnerstag, 27. Februar 202519:00 UhrH. Kujat, Gy. Varga
Vortrag
Rückblick

General Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, und der ungarische Botschafter und Publizist György Varga traten am 27. Februar gemeinsam auf einer Großveranstaltung der Eurasien Gesellschaft in Berlin-Dahlem auf. Beide unterstützten in ihren fundierten Vorträgen die Friedensbemühungen für die Ukraine und kritisierten den gegensätzlichen Kurs der Europäischen Union.

Die Redner analysierten die oftmals vergessenen Ursachen und den unterschiedlichen Verlauf des Ukraine-Krieges und zeichneten eine Perspektive für die Zukunft der europäischen Sicherheitsarchitektur auf. General Kujat besprach ausführlich die Chancen der Bildung einer europäischen Armee, die seiner Meinung nach nicht von der NATO losgelöst agieren könne. Der Abend endete mit einem geselligen Abendessen aller Gäste.

Moderation: Alexander Rahr.

14
Jan
2025

Sieben Gründe, warum 2025 kein gutes Jahr für die EU sein könnte

BerlinDienstag, 14. Januar 202519:00 UhrMichael von der Schulenburg
Vortrag
Rückblick

Die Europäische Union durchläuft gleich mehrere Krisen, beklagte Michael von der Schulenburg, Abgeordneter des Europaparlaments (BSW) auf der Vortragsveranstaltung der Eurasien Gesellschaft in Berlin am 14.1.2025. Der ehemalige deutsche Diplomat kritisierte in seinem Vortrag und anschließender Diskussion die fehlende europäische Friedensdiplomatie.

Die kriegslüsterne Politik der EU sei hochgefährlich, sie beruhe auf falsch verstandenem westlichen Triumphalismus, auf einer Verkennung der Realpolitik und auf überforderten westlichen Politikern. Der Redner sprach sich für eine Partnerschaft der Europäer mit den BRICS-Staaten aus.

Moderation: Dr. Alexander Neu.

2024

06
Dez
2024

Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas

KölnFreitag, 6. Dezember 202419:00 UhrDr. H. Ritz, Prof. Dr. W. Streeck
Lesung
Rückblick

Prof. Wolfgang Streeck diskutiert mit dem Autor Dr. Hauke Ritz über dessen vor Kurzem im Wiener Promedia Verlag erschienenes Buch „Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas“. Wolfgang Streeck, Prof. für Soziologie und Direktor em. am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln (MPIfG) und Hauke Ritz, Dr. der Philosophie und Gründungsmitglied der Eurasien Gesellschaft diskutieren gemeinsam über das Verhältnis Europas zu den USA.

Inwiefern ist die westliche Identität der heutigen EU sowie ihre zentralistische Struktur für das Scheitern der Chance von 1989 verantwortlich? Ist eine Neuerfindung Europas und damit eine Rückkehr zu seiner über Jahrtausende existenten dezentralen Form möglich? Welche Rolle kommt im europäischen Einigungsprozess der europäischen Kultur zu? Und wie wurde diese durch den Kalten Krieg und die Westbindung verändert? Ist zur Wiederherstellung einer europäischen Identität die Herauslösung Europas aus dem Westen notwendig? Und ist das Eintreten für ein selbstständiges und von den USA unabhängiges Europa eine Utopie oder ein realpolitisches Projekt?

Moderation: Isabelle Casel.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Friedensrat e. V.

05
Dez
2024

Teilnahme am Verona Eurasian Economic Forum

Ras Al Khaimah, VAEDonnerstag, 5. Dezember 202419:00 UhrTeilnahme der Eurasien Gesellschaft
Konferenz
Rückblick

Die Eurasien Gesellschaft nahm erneut am Verona Eurasian Economic Forum teil. Es fand vom 5. bis zum 6. Dezember 2024 in Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) statt. Die Veranstaltung wurde von der italienischen Non-Profit-Organisation Associazione Conoscere Eurasia in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer der VAE und Roscongress organisiert. Es fand zum 17. Mal statt und zum ersten Mal in den VAE.

Die Wahl der VAE als Gastgeberland unterstrich deren Rolle als aufstrebendes globales Zentrum für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Vertrauensbildung.

Unter dem Motto „Neue Kooperationsarchitektur für die moderne Wirtschaft“ versammelte das Forum Medienberichten zufolge über 1.000 Teilnehmer aus 40 Ländern, darunter Politiker, Diplomaten, Wirtschaftsführer und Akademiker aus Europa und Asien.

Das zweitägige Forum umfasste Diskussionen zu den Themen Energie und Umwelt, Regionalisierung vs. Globalisierung, Infrastruktur und Transport, Finanzwesen im Wandel, Herausforderungen neuer Technologien, Industrie und globale Wirtschaft, Ernährungssicherheit und Bekämpfung der Wüstenbildung sowie soziale Entwicklung für eine inklusive Wirtschaft.

Die Eröffnungsrede wurde von Scheich Saʿud ibn Saqr al-Qasimi, dem Herrscher des Emirats Ra’s al-Chaima, eines der sieben Emirate der VAE, gehalten. Der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, war per Video zugeschaltet.

Insgesamt unterstrich das 17. Verona Eurasian Economic Forum die Bedeutung von Zusammenarbeit und Dialog zwischen Europa und Asien in einer zunehmend multipolaren Welt.

27
Nov
2024

European Silk Road Summit

WienMittwoch, 27. November 202419:00 UhrKonnektivität Europa-Asien
Konferenz
Rückblick

Zum achten Mal trafen sich in der letzten Novemberwoche mehrere Hundert Experten und Spezialisten aus Wirtschaft und Politik aus über 20 Ländern zum internationalen „Silk Road Summit“ in Wien. Auch die Eurasien Gesellschaft e. V. war aktiv vertreten.

Neben einem umfassenden Austausch, vor allem von Logistikern, Juristen und Infrastrukturentwicklern, wurde in den Diskussionen die Belastung der Konnektivität zwischen Europa und Asien beklagt. Vor allem die Sanktionspolitik des Westens stellt weiter eine große Belastung von möglichen dynamischen Wachstumsmöglichkeiten für Partner zwischen Europa und Asien dar.

Trotzdem vermittelte das Summit auch viel Optimismus für Veränderung und neue Chancen in den kommenden Jahren. Investitionen in die Infrastruktur des mittleren Korridors, insbesondere in der Kaukasusregion, aber auch in Südosteuropa, eröffnen neue Möglichkeiten der Entwicklung von Handelswegen. Die Stagnation von Volumen im Austausch mit Asien scheint beendet und die Zahlen zeigen wieder nach oben.

Neue Firmen, insbesondere aus Zentralasien engagieren sich entlang der Silk Road und die Technologien und der Grad der Digitalisierung im Warenaustausch nehmen wieder an Dynamik zu.

Wien hat sich als europäisches Zentrum dieser Konnektivität hervorragend präsentiert. Das Silk Road Summit als internationale Dialogplattform war auch in 2024 ein neuerlicher Beweis, wie friedlicher Austausch zu internationalem Vertrauen beitragen kann.

03
Jul
2024

Zeitenwende in Eurasien: Die Interessen Deutschlands

BerlinMittwoch, 3. Juli 202419:00 UhrVizeadmiral a. D. K.-A. Schönbach
Vortrag
Rückblick

Kay-Achim Heino Schönbach, geboren 1965, Vizeadmiral a. D. der Deutschen Marine der Bundeswehr und Politiker, war 2021-2022 bis zu seiner Ablösung Inspekteur der Deutschen Marine. Er gilt als führender Militärexperte für die eurasische Landmasse.

Schönbach skizzierte in seinem Vortrag das Verhältnis Deutschlands zu den globalen Kraftzentren USA, EU, China, Russland und Indien. Er kritisierte den einseitig dominierenden „hypermoralischen“ Kompass der Bundesregierung und beschrieb, wie eine realpolitische Gesamtstrategie aussehen sollte. Er sprach sich einerseits für eine feste Einbindung in das stärkste Militärbündnis der Welt - Nato - aus.

Andererseits kann Deutschland seiner Ansicht nach auf eine Rohstoffpartnerschaft mit Russland nicht verzichten. Nach Schönbach gibt es Möglichkeiten, den Ukraine-Konflikt diplomatisch zu lösen.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Experten Alexander Neu, Christoph Polajner und Alexander Rahr mit Vizeadmiral a. D. Schönbach über die Machtkonstellationen in Eurasien und über deutsche Sicherheitsinteressen.

Es bestand zudem die Möglichkeit einer interessanten Debatte des zahlreich erschienenen Publikums mit diesem erfahrenen Militärführer der Bundesrepublik.

Moderation: Dr. Christian Wipperfürth.

13
Jun
2024

Je t’aime moi non plus: Was ist los mit Frankreich?

BerlinDonnerstag, 13. Juni 202419:00 UhrProf. Dr. Ulrike Guérot
Vortrag
Rückblick

Der ca. 45-minütige Vortrag begann mit einer Analyse des Wahlergebnisses der Europawahl in Frankreich und der französischen Parteienlandschaft in der „Ära Macron“, die einen unsicheren Kurs auf die Präsidentschaftswahlen 2027 nimmt. Wie „europäisch“ ist Frankreich noch? Wie aufgewühlt ist das Land innenpolitisch? Was war das Ziel der 6 Europareden von Emmanuel Macron, der kürzlich erklärte, Europa könne sterben? Gibt es ein deutsch-französisches Tandem für den eurasischen Raum - und mit welchem Inhalt? Warum ist die NATO für Frankreich nicht mehr „hirntot“, wie noch 2018? Welchen Weg wählt Frankreich in der Weltpolitik? Diese und andere Fragen wurden im Anschluss an den Vortrag gemeinsam diskutiert.

In diesem Kontext zu empfehlen ist das Buch von Frau Prof. Dr. Ulrike Guérot: „Was ist los mit Frankreich?“

Moderation: Dr. Hauke Ritz.

29
Mai
2024

Eurasische Handels- und Transportkorridore

HamburgMittwoch, 29. Mai 202419:00 UhrUwe Leuschner
Vortrag
Rückblick

Vortragender war Uwe Leuschner, ausgewiesener Eurasien-Spezialist, der über 25 Jahre Erfahrung in der Logistik verfügt (Rewico AG, Fiege Russia AG, DB Schenker Russia, DB Cargo). Der gebürtige Deutsche studierte Außenwirtschaft an der Wirtschaftsuniversität in Prag und absolvierte sein Aufbaustudium in den USA und Kanada. Neben Deutsch spricht er Russisch, Englisch und Tschechisch und ist Mitglied in mehreren nationalen und internationalen Wirtschaftsverbänden.

Die Eurasischen Handels- und Transportkorridore erfahren im Besonderen aufgrund ihres Potenzials, die regionale Konnektivität zu verbessern und die wirtschaftliche Integration zu fördern, große Aufmerksamkeit. Sie verbinden die Märkte Zentralasiens und des Südkaukasus mit der Europäischen Union. Die Länder entlang des Korridors wachsen sehr dynamisch und locken ausländische Unternehmen mit Rohstoffreichtum und einer starken industriellen Entwicklung.

Leuschner zeichnete in seinem Vortrag eine hochinteressante politische Karte eines neuen Eurasiens. Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die zahlreichen Teilnehmer über geopolitische und geoökonomische Zukunftsfragen. Vor allem stand die Frage im Raum, wie Deutschland seine Rohstoffzufuhren aus China und dem eurasischen Raum friedlich und effektiv sichern könnte.

Moderation: Christoph Polajner.

14
Mai
2024

Friedenspläne für die Ukraine

BerlinDienstag, 14. Mai 202419:00 UhrDr. A. Neu, C. Polajner, A. Rahr
Podiumsdiskussion
Rückblick

Experten der Eurasien Gesellschaft e. V. erörterten in einer Podiumsdiskussion Friedensinitiativen für die Ukraine, die von Staaten Eurasiens entwickelt wurden. Welche Ansätze gibt es? Konnten erkennbare Fortschritte erzielt werden, und was sind Hindernisse auf dem Weg zu einem Frieden in Europa?

Gibt es einen Ansatz für eine realistische diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts? Warum drängen China, die Türkei und Länder des Südens zu einer Waffenruhe und einem Friedensplan in der Ukraine, während der Westen keine Verhandlungen mit Russland möchte und ausschließlich auf einen Militärsieg der Ukraine setzt? Experten der Eurasien Gesellschaft stellten sich, nach kurzen Impulsen, den Fragen und Statements zahlreicher interessierter Gäste.

Neu, Polajner und Rahr sahen den Ukraine-Krieg noch lange nicht beendet, versuchten aber eher den Blick auf die Veränderungen der globalen Weltlage zu schärfen. Der Schlüssel zur Lösung vieler Konflikte in der Welt liege in der Anerkennung bzw. Verweigerung der Tatsache, dass die Weltordnung sich von einer unipolaren (US-zentrierten) hin zu einer multipolaren gewandelt habe. Internationale und multinationale Kooperationsmechanismen bedürfen einer Neuordnung.

Die Diskussionen darüber, ob letztendlich China, oder eher die USA den Ukraine-Krieg stoppen könnten, liefen bis tief in die Nacht. Diskutiert wurde auch über die Bedeutung der Personalwechsel im Kreml.

Moderation: Dr. Christian Wipperfürth.

2023

23
Okt
2023

Tanz auf dem Vulkan

BerlinMontag, 23. Oktober 202319:00 UhrPatrik Baab
Vortrag
Rückblick

Die Lage im Kriegsgebiet ist weitaus dramatischer für die Ukraine, als es unsere Medien berichten. Dies betrifft vor allem die Zahl der Gefallenen und Toten. Die Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Ländern sind kollabiert. Es deutet sich eine Zweiteilung der Welt an, in den Westen und den Nicht-Westen. Ist dieser Prozess aufzuhalten? Wie könnte eine gemeinsame Friedensordnung unter Einschluss Russlands und der Ukraine aussehen?

Ein Journalist berichtete von seinen Erfahrungen im Kriegsgebiet.

Darüber diskutierten wir mit unserem Referenten und unserem Publikum.

Patrik Baab, Autor „Auf beiden Seiten der Front. Meine Reisen in die Ukraine“, Westend-Verlag, 2023.

16
Okt
2023

Die selbsternannten Republiken im postsowjetischen Raum

BerlinMontag, 16. Oktober 202319:00 UhrDr. C. Wipperfürth, W. Matzke
Podiumsdiskussion
Rückblick

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion gibt es mit Abchasien, Bergkarabach, Südossetien und Transnistrien vier autonome, selbsternannte Republiken, bzw. nur von sehr wenigen Ländern anerkannte Republiken. Wie explosiv ist die Lage? Während sich die Situation in Abchasien stabilisiert hat, wird um Bergkarabach gekämpft. Auch dem Ukraine-Krieg ist die Gründung separatistischer Republiken in Donezk und Luhansk vorangegangen. Welche Zukunft erwartet diese Autonomien?

Darüber diskutierten wir aus unterschiedlichen Perspektiven.

Dr. Christian Wipperfürth: Einführung: Ursachen, Stand, Perspektive ethnisch-territorialer Konflikte auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion.

Wolfgang Matzke (Rechtsanwalt): Der Repräsentant der Industrie- und Handelskammer der selbsternannten Republik Abchasien in Deutschland hielt einen Reisebericht über Abchasien.

Moderation: Alexander Rahr.

26
Jun
2023

The Search for Peaceful Coexistence in Eurasia

BerlinMontag, 26. Juni 202319:00 UhrProf. Nicolai N. Petro
Vortrag
Rückblick

Bevor die Eurasien Gesellschaft in die Sommerpause ging, veranstaltete sie am 26. Juni eine Podiumsdiskussion mit dem amerikanischen Osteuropa-Historiker und Professor an der Universität Rhode Island, Nikolai Petro. In seinem Vortrag „The Search For Peaceful Coexistence in Eurasia: The Role of Tragedy“ stellte Petro sein Buch „The Tragedy of Ukraine“ vor. Das Buch handelt von der ukrainischen Suche nach nationaler Identität.

Nach Meinung Petros werden die Identitätsunterschiede zwischen der West- und der Ostukraine ewig bestehen bleiben. Der US-Experte zeichnete ein aktuelles Bild der ukrainischen Zivilgesellschaft und sprach sich für eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg aus.

Moderation: Alexander Rahr.

23
Mai
2023

China in der Logistik Eurasiens

BerlinDienstag, 23. Mai 202319:00 UhrUwe Leuschner
Vortrag
Rückblick

Am 23. Mai 2023 sprach Uwe Leuschner über die Transportkorridore zwischen China und Europa, die er lange an führender Stelle mitgestaltet hat. Leuschner war u.a. Senior Vice President Business Development Eurasia bei der DB Cargo AG, CEO von DB Cargo Russia und Gruppen-CEO bei Far East Land Bridge.

Der gebürtige Ostdeutsche zeichnete aus seinen vielfältigen Erfahrungen heraus ein interessantes Bild der chinesischen Gesellschaft, beschrieb einerseits die Eigenart der Reformbremser in China, beschrieb aber auch den unbändigen Unternehmergeist, vor allem jüngerer Chinesen, die sich westliche Sprachen aneigneten. Bestehende Handelsbarrieren konnten durch persönliche Kontakte zwischen Unternehmern oftmals beseitigt werden.

Leuschner gab einen Überblick über die von ihm mitgestaltete Entwicklung vom Transport erster Container hin zu einem zwei Kontinente überspannenden Transportnetzwerk. Er zeigte dabei ebenso die weiteren Potenziale der zunehmenden Konnektivität auf, wie auch die schwindende Rolle, die Deutschland hierbei aufgrund eigener politischer Weichenstellungen spielt. Auch beim Warentransport seien im letzten Jahr deutliche Veränderungen erkennbar.

Der Seegüterumschlag am Hamburger Hafen sei rückläufig, der Schienentransport von China gehe inzwischen überwiegend nach Russland.

Die Diskussion beleuchtete auch unterschiedliche Konzepte der wirtschaftlichen Integration des eurasischen Raumes, von der Eurasischen Wirtschaftsunion über die Seidenstraßen- bis hin zur Global Gateway Initiative. Auch aktuelle Entwicklungen wie das Treffen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping mit den Staats- und Regierungschefs der zentralasiatischen Staaten einige Tage zuvor wurden beleuchtet.

Dem spannenden Vortrag folgte eine interessante Diskussion.

Moderation: Christoph Polajner.

2022

11
Nov
2022

Hauke Ritz: Endspiel Europa

BerlinFreitag, 11. November 202219:00 UhrDr. Hauke Ritz
Lesung
Rückblick

Dr. Hauke Ritz stellte das gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrike Guérot verfasste Buch „Endspiel Europa“ vor. Er präsentierte ein interessantes Bild von einem zukünftigen Europa. Seiner Meinung nach muss Europa durch mehr Autonomie zu sich selbst finden.

17
Okt
2022

Prof. Anatol Lieven: Handlungsoptionen für die Ukraine, Russland und die EU

BerlinMontag, 17. Oktober 202219:00 UhrProf. Dr. Anatol Lieven
Vortrag
Rückblick

Veranstaltung mit Prof. Dr. Lieven in Berlin. Prof. Lieven, der regelmäßig in den internationalen Medien publiziert, beschrieb den aktuellen Gesamtzustand des postsowjetischen Raumes zwischen EU und Asien. Er ging auch auf den Ukraine-Konflikt ein.

Moderation: Alexander Rahr.

14
Okt
2022

Globale Bedeutung der CICA-Konferenz

Kasachische Botschaft, BerlinFreitag, 14. Oktober 202219:00 UhrDr. Dr. Arne Seifert
Konferenz
Rückblick

Am 14.10.2022 führte die Eurasien Gesellschaft unterstützend eine wissenschaftliche Konferenz in der Kasachischen Botschaft in Berlin durch. Thema war die „Globale Bedeutung der Konferenz zur Koordinierung von Aktionen und vertrauensbildenden Maßnahmen in Asien (CICA).“ Der Botschafter a. D. Dr. Dr. Arne Seifert referierte als Experte für Zentralasien. Er, der früher in der Region gearbeitet hat, sprach ausführlich über die geopolitischen und geoökonomischen Verschiebungen in Zentralasien.

19
Feb
2022

Wladimir Putin: Eine politische Biographie

BerlinSamstag, 19. Februar 202219:00 UhrThomas Fasbender
Buchvorstellung
Rückblick

Herr Thomas Fasbender - deutscher Journalist und Publizist - stellte im Restaurant Paris-Moskau sein neues Buch „Wladimir Putin. Eine politische Biographie“ vor. Laut Fasbender kann man die schicksalhaften Entscheidungen Putins durch das genaue Studium seiner Biographie nachvollziehen.