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Vorträge, Podiumsdiskussionen, Fachgespräche und Konferenzen. Ein Archiv, nach Status und Format filterbar, statt getrennter Seiten je Format.Lectures, panels, expert circles and conferences. One archive, filterable by status and format, instead of separate pages per format.
2026
Podiumsdiskussion mit dem Liedermacher Hans-Eckardt WenzelPanel discussion with singer-songwriter Hans-Eckardt Wenzel
Beschreibung und VeranstaltungsdetailsDescription and event details
Am 3. Dezember 2026 lädt die Eurasien Gesellschaft zu einer Podiumsdiskussion mit dem Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel in das Logenhaus in Berlin-Dahlem ein. Bitte merken Sie sich den Termin vor. Uhrzeit, Programm und Plakat folgen in Kürze.
On 3 December 2026, the Eurasien Gesellschaft invites you to a panel discussion with singer-songwriter Hans-Eckardt Wenzel at the Logenhaus in Berlin-Dahlem. Please save the date. The time, programme and poster will follow shortly.
Aktuelle Entwicklungen in Asien – Was haben die Summits von BRICS, SCO und APEC gebracht?Current Developments in Asia: What Did the BRICS, SCO, and APEC Summits Achieve?
RückblickReview
Die Eurasien Gesellschaft e. V. lädt herzlich ein zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Aktuelle Entwicklungen in Asien – Was haben die Summits von BRICS, SCO und APEC gebracht?“
Unsere Gesprächspartner sind Kai Kleinwächter, Autor und Vereinsvorsitzender von WeltTrends, und Dr. Hauke Ritz, Philosoph, Autor und Verleger.
Dienstag, 20. Oktober 2026, Beginn 18:30 Uhr, Einlass ab ca. 18:00 Uhr. Sprechsaal, Marienstraße 26, 10117 Berlin.
Anmeldung bitte per E-Mail an kontakt@eurasien-gesellschaft.org. Die Teilnehmergebühr von 10 € überweisen Sie bitte mit dem Vermerk „Summits 20.10.2026“ auf das Vereinskonto: Eurasien Gesellschaft e. V., IBAN DE54 1009 0000 2894 9370 01.
The Eurasien Gesellschaft e. V. cordially invites you to a lecture and discussion on “Current developments in Asia - what did the BRICS, SCO and APEC summits achieve?”
Our guests are Kai Kleinwächter, author and chair of WeltTrends, and Dr. Hauke Ritz, philosopher, author and publisher.
Tuesday, 20 October 2026, starting at 6:30 pm, doors open from about 6 pm. Sprechsaal, Marienstraße 26, 10117 Berlin.
Please register by e-mail at kontakt@eurasien-gesellschaft.org. Please transfer the participation fee of €10 with the reference “Summits 20.10.2026” to the association's account: Eurasien Gesellschaft e. V., IBAN DE54 1009 0000 2894 9370 01.
Vortrag von Alexander Rahr auf der Friedenskonferenz der Partei dieBasisTalk by Alexander Rahr at the peace conference of the dieBasis party
RückblickReview
Am 18. Oktober 2026 sprach Alexander Rahr, Vorsitzender der Eurasien Gesellschaft, auf der Friedenskonferenz der Partei dieBasis in Wegberg (Nordrhein-Westfalen). Sein Vortrag im Wortlaut:
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Wir erleben einen epochalen Paradigmenwechsel, einen tektonischen Umbruch der Weltgeschichte. Solche Veränderungen sind selten. Sie ereignen sich vielleicht nur einmal im Leben eines Menschen. Und doch fällt es uns schwer, ihre Tragweite zu erkennen, weil wir noch immer in den Kategorien der vergangenen Epoche denken.
Der Zusammenbruch der Sowjetunion und das Ende des Kalten Krieges 1989 bis 1991 haben im Westen eine tief verwurzelte Überzeugung hervorgebracht: die Vorstellung, dass der Westen den historischen Wettstreit gewonnen habe und seine politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung nun endgültig zum Modell für die ganze Welt geworden sei.
Doch diese Vorstellung ist überholt.
Der vermeintliche Sieg des Westens von 1990 und 1991 gehört inzwischen der Geschichte an. Die Welt hat sich weiterentwickelt, und die Machtverhältnisse haben sich grundlegend verändert. Wir leben heute in einer Welt, die zunehmend durch Multipolarität geprägt ist. Neue Machtzentren entstehen, alte verlieren an Einfluss, und die internationale Ordnung wird neu ausgehandelt.
Der Westen steht nicht mehr selbstverständlich auf dem Siegerpodest. Niemand kann heute mit Gewissheit sagen, wie die Weltordnung von morgen aussehen wird, aber wir denken noch, dass sich die heile Welt der 1990er wieder reparieren lässt.
Besonders deutlich zeigt sich dieser Widerspruch in Europa. Europa droht geopolitisch ins Abseits zu geraten. Die Vereinigten Staaten verlieren in Teilen der Welt an Einfluss, während China seine wirtschaftliche und politische Stellung ausbaut. Asien überholt Europa, dort brummen die Wirtschaftsmotoren stärker.
Auch Russland bleibt trotz seiner Konfrontation mit dem Westen ein wichtiger Akteur, insbesondere im eurasischen Raum und im Nahen Osten. Zugleich gewinnen Staaten in Afrika und anderen Regionen an Bedeutung und verlangen zu Recht eine stärkere Stimme in der internationalen Politik.
Die alte, westlich geprägte Weltordnung löst sich auf. An ihre Stelle tritt eine Ordnung, in der mehrere Machtzentren miteinander konkurrieren, kooperieren und um Einfluss ringen.
In der Eurasien Gesellschaft in Berlin reden wir oft darüber und fragen uns: wie reagiert Europa auf diese Entwicklung? Die Europäische Union spricht von strategischer Autonomie, von einer eigenen geopolitischen Rolle und von einer stärkeren militärischen Handlungsfähigkeit. Das ist zunächst verständlich: Europa muss seine Interessen selbst definieren und war seit Ende des Zweiten Weltkrieges fast ausschließlich von anderen Mächten fremdbestimmt.
Wollen wir ein Europa, das sich als eigenständiger Akteur für Frieden, Diplomatie und internationale Zusammenarbeit einsetzt? Oder wollen wir ein Europa, das seine neue Identität vor allem aus der Abgrenzung gegenüber Russland und aus einer fortschreitenden Militarisierung gewinnt?
Wenn die Antwort auf diese Frage allein darin besteht, Russland als dauerhaften Feind zu betrachten, dann wird Europa seine strategische Zukunft auf einem falschen Fundament aufbauen.
Die Experten unserer Eurasien Gesellschaft arbeiten an einer neuen Sicherheitsarchitektur – fürchten aber eine neue Konfrontation. Die europäische Sicherheitsarchitektur befindet sich in einem dramatischen Umbruch.
Die Vereinigten Staaten könnten ihre Rolle als verlässliche Schutzmacht Europas zunehmend infrage stellen. Gleichzeitig verschärft sich die Konfrontation mit Russland, während der wirtschaftliche und technologische Wettbewerb zwischen den USA und China immer stärker die internationale Politik bestimmt.
Die NATO steht vor erheblichen inneren Spannungen. Die Interessen der Vereinigten Staaten und Europas sind nicht mehr identisch. Washington betrachtet China als zentralen strategischen Rivalen und will verhindern, dass sich Russland und China dauerhaft zu einem geschlossenen Machtblock verbinden. Europa hingegen konzentriert seine Aufmerksamkeit in erster Linie auf Russland und den Krieg in der Ukraine.
Damit droht Europa in einen Widerspruch zu geraten: Es möchte selbstständiger werden, richtet seine strategische Orientierung aber weiterhin an den überlieferten Konfliktlinien des Westens aus, statt zu antizipieren, dass wir zunehmend in einen Nord-Süd-Konflikt geraten.
Zugleich verschärfen sich die gesellschaftlichen Spannungen innerhalb der europäischen Staaten. Liberale, linke und konservative Kräfte ringen um die politische Ausrichtung ihrer Länder, um nationale Interessen, gesellschaftliche Identität und das Verhältnis zur globalen Sicherheit.
Diese Konflikte spiegeln die Unsicherheit einer Gesellschaft wider, die spürt, dass ihre bisherige Ordnung und ihr Wohlstand ins Wanken gerät.
Hinzu kommt der Aufstieg Chinas. Mit seiner wirtschaftlichen Stärke und Projekten wie der Neuen Seidenstraße erweitert das Land seinen Einfluss weit über Asien hinaus. Dabei entsteht zunehmend ein eurasischer Wirtschafts- und Verflechtungsraum, dessen Bedeutung für die Zukunft der Weltwirtschaft kaum überschätzt werden kann.
Die europäische Sicherheitsarchitektur wird bald stärker vom Osten und Eurasien beeinflusst sein, als durch die Transatlantischen Beziehungen.
Die entscheidende Frage lautet, ob Europa in dieser neuen Ordnung eine eigenständige Rolle spielen kann – oder ob es wieder zwischen den großen Machtzentren aufgerieben wird.
Im Think Tank der Eurasien Gesellschaft schauen wir genau auf Deutschlands Anspruch auf Führung. In dieser Situation erhebt Deutschland zunehmend den Anspruch, an die Spitze Europas zu treten.
Die wirtschaftliche Führungsrolle allein reicht dafür jedoch nicht mehr aus. Berlin setzt deshalb verstärkt auf militärische Fähigkeiten, sicherheitspolitische Verantwortung und geopolitischen Einfluss. Deutschland möchte innerhalb Europas gestalten und dazu beitragen, die amerikanische Führungsrolle zu ersetzen.
Doch damit verändert sich auch das Selbstverständnis der deutschen Außenpolitik.
Aus einem Land, dessen politische Identität nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich durch die Verpflichtung zu Frieden, Scheckbuchdiplomatie und europäischer Verständigung geprägt war, soll eine führende Militär- und Ordnungsmacht werden.
Deutschland übernimmt zunehmend die Mythen der osteuropäischen Länder, die die europäische Einheit als Freiheitskampf gegen das kommunistische und nachher imperialistische Russland begreifen.
Es besteht die Gefahr, dass aus dem Wunsch nach einer neuen europäischen Führungsrolle eine Politik wird, die ausschließlich auf die strategische Niederlage Russlands zielt und den Konflikt zwischen Ost und West weiter verschärft. Dabei droht eine gefährliche Denkweise: Die Welt wird in Demokratien und Nichtdemokratien eingeteilt, und aus politischen Gegensätzen werden moralische Frontstellungen. Der Konflikt erhält damit den Charakter eines ideologischen Kreuzzugs.
Die Ziele der Kriegsparteien reichen inzwischen weit über die ursprünglichen Konfliktfragen hinaus. Es geht längst nicht mehr um Territorien und Geopolitik, sondern um Werte, Zivilisationsbrüche.
Russland verfolgt eisern eigene strategische Ziele, darunter die Forderung nach einer korrigierten europäischen Ordnung. Und nach Ausschluss westlichen Einflusses in seiner direkten Nachbarschaft.
Eine gesamteuropäische Friedensordnung schien in den 1990er Jahren greifbarer. Zur Mutter aller Probleme wurde aber die NATO-Osterweiterung. Moskau betrachtete diese als Einkreisung und gegen sich gerichtet. Ein Moratorium auf den NATO-Beitritt ehemaliger Sowjetrepubliken hätte vermutlich den Ukraine-Krieg verhindert.
Andererseits argumentierte der Westen, Russland sei keine Großmacht mehr, wie einst die Sowjetunion, und dürfe keine Einflusssphären in seiner Nachbarschaft beanspruchen.
Es gab noch weitere Ansatzpunkte für politische Lösungen. Die Minsker Abkommen 2015 zur Autonomie des Donbas, die Verhandlungen von Istanbul 2022 zur Neutralität der Ukraine – auch das Gipfeltreffen in Anchorage 2025 hätten nicht von den Europäern boykottiert werden dürfen.
So aber entschieden die Europäer alles zu tun, um Russland eine strategische Niederlage zuzufügen – um den Status von 1991 wieder herzustellen.
Aber die russische Kriegsführung in der Ukraine entwickelte sich längst zu einer Existenzfrage für Russland als künftige Großmacht. Russland läuft Gefahr, im Falle einer Schwächung, seine Großmachtambitionen, die für das Land identitätsstiftend sind, zu verlieren.
Es versteht sich von selbst, dass eine künftige europäische Friedensordnung die Souveränität und Sicherheit der Ukraine ebenso berücksichtigen müsste, wie die Sicherheitsinteressen Russlands und aller anderen europäischen und eurasischen Staaten.
Denkbar wären schrittweise Vereinbarungen über Abrüstung, Entspannung, Koexistenz.
Wie es heute scheint, wollen alle Konfliktparteien keine Kompromisse eingehen und den Krieg der Diplomatie vorziehen. Die Zukunft sollte durch einen klaren Sieg der einen Seite und eine klare Niederlage der anderen besiegelt werden.
Vernünftigerweise müssten sich die Kontrahenten ehrlich eingestehen, dass eine anhaltende Konfrontation oder gar ein Krieg Europa und dessen Wirtschaft lahmlegen wird.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!
On 18 October 2026, Alexander Rahr, Chairman of the Eurasien Gesellschaft, spoke at the peace conference of the dieBasis party in Wegberg (North Rhine-Westphalia). His talk in full:
Ladies and gentlemen,
We are witnessing an epochal paradigm shift, a tectonic upheaval in world history. Changes like this are rare. They may happen only once in a person's lifetime. And yet we find it hard to grasp their full significance, because we still think in the categories of the past era.
The collapse of the Soviet Union and the end of the Cold War between 1989 and 1991 gave rise to a deeply rooted conviction in the West: the idea that the West had won the historic contest and that its political, economic and social order had now become the model for the whole world once and for all.
But this idea is outdated.
The supposed victory of the West in 1990 and 1991 now belongs to history. The world has moved on, and the balance of power has changed fundamentally. Today we live in a world increasingly shaped by multipolarity. New centres of power are emerging, old ones are losing influence, and the international order is being renegotiated.
The West no longer stands on the winners' podium as a matter of course. No one can say with certainty today what tomorrow's world order will look like, and yet we still believe that the ideal world of the 1990s can be repaired.
This contradiction is particularly evident in Europe. Europe is in danger of being sidelined geopolitically. The United States is losing influence in parts of the world, while China is expanding its economic and political position. Asia is overtaking Europe; its economic engines are running stronger.
Russia, too, despite its confrontation with the West, remains an important player, especially in the Eurasian space and in the Middle East. At the same time, states in Africa and other regions are gaining in importance and rightly demand a stronger voice in international politics.
The old, Western-shaped world order is dissolving. It is being replaced by an order in which several centres of power compete, cooperate and vie for influence.
At the Eurasien Gesellschaft in Berlin we often talk about this and ask ourselves: how is Europe responding to this development? The European Union speaks of strategic autonomy, of its own geopolitical role and of a stronger military capacity to act. At first this is understandable: Europe must define its own interests, and since the end of the Second World War it has been almost entirely determined by other powers.
Do we want a Europe that stands up as an independent actor for peace, diplomacy and international cooperation? Or do we want a Europe that derives its new identity mainly from setting itself apart from Russia and from progressive militarisation?
If the only answer to this question is to regard Russia as a permanent enemy, Europe will build its strategic future on the wrong foundation.
The experts of our Eurasien Gesellschaft are working on a new security architecture – but fear a new confrontation. The European security architecture is undergoing a dramatic upheaval.
The United States could increasingly call into question its role as Europe's reliable protecting power. At the same time, the confrontation with Russia is intensifying, while the economic and technological competition between the USA and China is increasingly shaping international politics.
NATO faces considerable internal tensions. The interests of the United States and Europe are no longer identical. Washington sees China as its central strategic rival and wants to prevent Russia and China from permanently forming a closed power bloc. Europe, on the other hand, focuses its attention primarily on Russia and the war in Ukraine.
Europe thus risks falling into a contradiction: it wants to become more independent, yet it continues to align its strategic orientation with the West's traditional lines of conflict instead of anticipating that we are increasingly heading into a North–South conflict.
At the same time, social tensions within European states are growing. Liberal, left-wing and conservative forces are struggling over the political direction of their countries, over national interests, social identity and their relationship to global security.
These conflicts reflect the uncertainty of a society that senses that its previous order and its prosperity are beginning to falter.
Added to this is the rise of China. With its economic strength and projects such as the New Silk Road, the country is extending its influence far beyond Asia. In the process, a Eurasian space of economic ties and interdependence is increasingly emerging, whose importance for the future of the world economy can hardly be overestimated.
The European security architecture will soon be shaped more by the East and Eurasia than by transatlantic relations.
The decisive question is whether Europe can play an independent role in this new order – or whether it will once again be ground down between the great centres of power.
In the think tank of the Eurasien Gesellschaft, we are looking closely at Germany's claim to leadership. In this situation, Germany is increasingly claiming a place at the head of Europe.
Economic leadership alone is no longer enough for this, however. Berlin is therefore relying more heavily on military capabilities, security-policy responsibility and geopolitical influence. Germany wants to shape things within Europe and help to replace America's leading role.
But this also changes how German foreign policy sees itself.
A country whose political identity after the Second World War was essentially shaped by a commitment to peace, chequebook diplomacy and European understanding is now to become a leading military power and a power that shapes the order.
Germany is increasingly adopting the myths of the Eastern European countries, which see European unity as a struggle for freedom against communist and later imperialist Russia.
There is a danger that the desire for a new European leadership role will turn into a policy aimed solely at Russia's strategic defeat, further sharpening the conflict between East and West. This brings with it a dangerous way of thinking: the world is divided into democracies and non-democracies, and political differences become moral front lines. The conflict thus takes on the character of an ideological crusade.
The aims of the warring parties now go far beyond the original issues of the conflict. It has long ceased to be about territory and geopolitics; it is about values and ruptures between civilisations.
Russia is resolutely pursuing its own strategic goals, including the demand for a revised European order and for the exclusion of Western influence in its immediate neighbourhood.
A pan-European peace order seemed more within reach in the 1990s. But NATO's eastward enlargement became the mother of all problems. Moscow regarded it as encirclement and as directed against itself. A moratorium on former Soviet republics joining NATO would probably have prevented the war in Ukraine.
The West, on the other hand, argued that Russia was no longer a great power, as the Soviet Union had once been, and could not claim spheres of influence in its neighbourhood.
There were further starting points for political solutions. The Minsk agreements of 2015 on autonomy for the Donbas, the Istanbul negotiations of 2022 on Ukraine's neutrality – and the summit in Anchorage in 2025 should not have been boycotted by the Europeans either.
Instead, the Europeans decided to do everything they could to inflict a strategic defeat on Russia – to restore the status of 1991.
But Russia's conduct of the war in Ukraine has long since become an existential question for Russia as a future great power. If weakened, Russia risks losing its great-power ambitions, which are central to the country's identity.
It goes without saying that a future European peace order would have to take into account the sovereignty and security of Ukraine as well as the security interests of Russia and of all other European and Eurasian states.
Step-by-step agreements on disarmament, détente and coexistence would be conceivable.
As things stand today, all parties to the conflict seem unwilling to compromise and prefer war to diplomacy. The future is to be sealed by a clear victory for one side and a clear defeat for the other.
Reasonably, the opponents would have to admit honestly that a continued confrontation, let alone a war, will paralyse Europe and its economy.
Thank you for your attention!
Buchgespräch: „Die verschlüsselte Chronik der Menschheitsgeschichte“Book discussion: “The Encrypted Chronicle of Human History
RückblickReview
Am 26. August 2026 fand eine Lesung des neuen Buches von Alexander Rahr „Die verschlüsselte Chronik der Menschheitsgeschichte“ in Berlin-Dahlem statt. Der Autor hat als Historiker versucht, den Inhalt einer alten Schrift aus der Renaissance-Zeit – die Epistel von Nostradamus an den französischen König Heinrich II. aus dem Jahr 1557 – anhand neuerer Archivfunde und mithilfe Künstlicher Intelligenz zu bewerten.
Im Buch werden erstaunliche Hinweise auf die aktuelle „Zeitenwende“ rekonstruiert. In der folgenden lebhaften Diskussion wurden unterschiedliche Standpunkte vertreten. Einige Wissenschaftler rieten davon ab, sich mit den Prophezeiungen von Nostradamus zu beschäftigen. Niemand könne die Zukunft vorhersagen. Andere Teilnehmer lobten die historische Aufarbeitung der europäischen Entwicklung der letzten Jahrhunderte im Buch.
An der Gesprächsrunde nahm auch der Verleger des Buches, Werner Betz (Ancient Mail Verlag), teil. Das Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich und hat schon etliche Rezensionen bekommen.
On 26 August 2026, a reading from Alexander Rahr’s new book “The Encrypted Chronicle of Human History” took place in Berlin-Dahlem. As a historian, the author has attempted to interpret the contents of an ancient text from the Renaissance period - Nostradamus’s epistle to King Henry II of France, dated 1557 - using recent archival discoveries and with the aid of artificial intelligence. The book reconstructs astonishing references to the current “turning point in history”.
In the lively discussion that followed, a range of viewpoints were expressed. Some academics advised against delving into Nostradamus’s prophecies, arguing that no one can predict the future. Other participants praised the book’s historical analysis of European developments over the past few centuries.
The book’s publisher, Werner Betz (Ancient Mail Verlag), also took part in the discussion. The book is available in bookshops and has already received numerous reviews.
Sommerfest 2026Summer festival 2026
RückblickReview
Viele Freunde und Mitglieder der Eurasien Gesellschaft trafen sich zu einem schönen Sommerfest.
Der Abend begann mit einer Diskussion aktueller politischer Fragen und Berichten zu internationalen Begegnungen, an denen Vertreter der Eurasien Gesellschaft teilnahmen.
Am Grillbuffet wurden die Diskussionen bei schönem Wetter fortgesetzt.
Many friends and members of the Eurasien Gesellschaft gathered for a lovely summer party.
The evening began with a discussion of current political issues and reports on international meetings attended by representatives of the Eurasien Gesellschaft.
The discussions continued over a barbecue buffet in lovely weather.
Energie-Krise: Können wir ohne russisches Öl und Gas auskommen?Energy crisis: can we manage without Russian oil and gas?
RückblickReview
Energiekrise: Gibt es Versorgungsalternativen zu Russland?
Wirtschaftsrechtsanwalt Wolfgang Hummel trug am 5. Mai 2026 in der Eurasien Gesellschaft in Berlin-Mitte zum Thema EU-Sanktionen gegen russisches Öl und Gas vor. Der Iran-Krieg hat, nach dem Ukraine-Krieg, zur weltweiten Energiekrise geführt. Der Persische Golf ist als Energieversorger ausgefallen. Die Energiepreise steigen rasant, die Energiesicherheit Europas ist massiv gefährdet, gleichzeitig wird die zweitgrößte Energiesupermacht - Russland - vom Westen sanktioniert.
Die Transportinfrastruktur, die 50 Jahre zur europäischen Energiesicherheit beigetragen hat, liegt auf Eis.
Wolfgang Hummel kritisierte, dass die EU einfach nicht registriert, dass Russland in der globalen Weltwirtschaft gar nicht isoliert ist, dass der Westen tatsächlich keine echten Alternativen zu russischen Energieträgern hat, dass andere Bezugsquellen im Vergleich zu den russischen zu kostspielig sind. Die EU bezahlt ihre Sanktionspolitik damit mit dem eigenen Wohlstandsverlust.
Laut Wolfgang Hummel wird Deutschland ohne billige Energieimporte aus Russland die Deindustrialisierung des Landes nicht stoppen können. Die Insolvenzen hierzulande nehmen zu, insbesondere in der Chemieindustrie. Große Konzerne werden vom Staat finanziell „gerettet“, aber nur für kurze Zeit. Russische Firmen werden unter staatlicher Zwangsverwaltung gestellt, außerhalb Europas sinkt das Vertrauen in den Standort EU.
Die deutsche Politik und Medien, die der russischen Wirtschaft eine strategische Niederlage zufügen wollen, verhalten sich erschreckend realitätsfremd. Die Umweltproblematik bei LNG-Lieferungen wird beispielsweise gar nicht beachtet.
Die USA und Russland profitieren beide als Energieversorger von der Energiekrise. Die Abhängigkeiten der Europäer von den USA steigen ins Unermessliche. Wolfgang Hummel zeigte sich entsetzt darüber, wie Deutschland und die EU selbstschädigend agieren. Vor allem Deutschland opfert seine Wirtschaft für die Ukraine, die formal gar kein Bündnispartner des Westens ist.
Herr Hummel glaubt, dass Europa nicht umhin kommen wird, mit Russland und China zusammenzuarbeiten. Ohne Rohstoffe aus diesen Ländern kann Europa nicht lange existieren. Die Ostpolitik der 1960/70er Jahre war kein Fehler.
Der Vortrag provozierte viele Fragen und Kommentare. Einige wunderten sich, wie sich die Wirtschaft den politisch Herrschenden beugt, und wie die Bevölkerung Angst vor Widerstand gegen die Politik hat. Nur sehr wenige wollen für sich Reputationsrisiken in Kauf nehmen.
Unser Referent: Wolfgang J. Hummel. Er ist Wirtschaftsanwalt in Berlin und verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in deutsch-russischen und deutsch-ukrainischen Wirtschafts- und Infrastrukturprojekten. Er vertrat erfolgreich Mitarbeiter der PCK-Erdölraffinerie in Schwedt/Oder in einem Prozess gegen das Bundeswirtschaftsministerium.
Energy crisis: Are there supply alternatives to Russia?
On 5 May 2026, business lawyer Wolfgang Hummel spoke at the Eurasien Gesellschaft in Berlin-Mitte on the topic of EU sanctions against Russian oil and gas. The Iran war, after the Ukraine war, led to the global energy crisis. The Persian Gulf has failed as an energy supplier. Energy prices are rising rapidly, the energy security of Europe is massively endangered, at the same time the second largest energy superpower - Russia - is being sanctioned by the West.
The transport infrastructure that has contributed to European energy security for 50 years is on hold.
Wolfgang Hummel criticized the fact that the EU simply does not register, that Russia is not at all isolated in the global world economy, that the West actually has no real alternatives to Russian energy sources, that other sources of supply are too expensive compared to the Russian ones. The EU is thus paying for its sanctions policy with its own loss of prosperity.
According to Wolfgang Hummel, Germany will not be able to stop the de-industrialization of the country without cheap energy imports from Russia. Insolvencies are increasing in this country, especially in the chemical industry. Large corporations are financially “saved” by the state, but only for a short time. Russian companies are placed under compulsory state administration, outside Europe confidence in the EU location is falling.
German politics and the media, which want to inflict a strategic defeat on the Russian economy, are behaving alarmingly out of touch with reality. The environmental problems of LNG deliveries, for example, are not taken into account at all.
The USA and Russia are both benefiting from the energy crisis as energy suppliers. The dependence of Europeans on the USA is increasing immeasurably. Wolfgang Hummel was appalled at how Germany and the EU are harming themselves. Above all, Germany is sacrificing its economy for Ukraine, which is not formally an ally of the West at all.
Mr. Hummel believes that Europe will not be able to avoid cooperating with Russia and China. Without raw materials from these countries, Europe cannot exist for a long time. The Eastern policy of the 1960/70s was not a mistake.
The lecture provoked a lot of questions and comments. Some wondered how the economy bows to the political rulers, and how the population is afraid of resistance to politics. Very few want to take reputational risks for themselves.
Our speaker: Wolfgang J. Hummel. He is a commercial lawyer in Berlin and has over 30 years’ experience in German-Russian and German-Ukrainian economic and infrastructure projects. He successfully represented employees of the PCK oil refinery in Schwedt/Oder in a lawsuit against the Federal Ministry for Economic Affairs.
Teilnahme am Petersburger DialogParticipation in the Petersburg Dialogue
RückblickReview
Experten der Eurasien Gesellschaft nahmen am 29. April am Petersburger Dialog in Moskau teil. Überraschend stand auf der Agenda nicht der Krieg in der Ukraine, sondern der neue Nahost-Konflikt, über den die Teilnehmer mit großem Interesse diskutierten.
Besonders die russischen Delegationen waren sich untereinander uneinig. Sie debattierten hitzig: Verfolgte Präsident Trump mit dem Krieg im Iran die Strategie, Amerika als Monopolist der globalen Energieversorgung zu etablieren und die EU energiepolitisch „an die Kandare“ zu nehmen? Oder stolperten die USA kopflos in einen Konflikt hinein, der am Ende ihren Abzug aus dem Nahen und Mittleren Osten bedeuten könnte?
In der Konferenz herrschte eine spürbare Verunsicherung und Ohnmacht, dennoch suchte man gemeinsam nach „gesichtswahrenden Lösungen“ für beide Krisenherde - sowohl im Iran-Krieg als auch in der Ukraine. Deutsche Teilnehmer warnten davor, dass der Iran-Konflikt die Gefahr eines Nord-Süd-Konflikts birgt, der den Ost-West-Konflikt in der Ukraine überlagern könnte.
Den deutschen Gästen bot sich in Moskau kein Bild von einer schwächelnden russischen Wirtschaft. Weder schien Putins Rating dramatisch zu sinken, noch deutete etwas darauf hin, dass Russland an Waffen, Soldaten oder Finanzmitteln Mangel leidet. Dennoch erschwert das Problem der stark verengten Meinungskorridore auf beiden Seiten den Dialog. Wohltuend fiel hingegen die rege Beteiligung jüngerer russischer Germanisten auf, die den Austausch bereicherten.
Experts from the Eurasien Gesellschaft took part in the Petersburg Dialogue in Moscow on 29 April. Surprisingly, the agenda did not feature the war in Ukraine, but rather the new Middle East conflict, which the participants discussed with great interest.
The Russian delegations in particular were divided amongst themselves. They debated heatedly: was President Trump, with the war in Iran, pursuing a strategy to establish America as the monopolist of global energy supplies and to rein in the EU’s energy policy? Or were the US stumbling headlong into a conflict that could ultimately mean their withdrawal from the Middle East?
A palpable sense of uncertainty and powerlessness prevailed at the conference, yet participants sought “face-saving solutions” for both trouble spots - the war in Iran and the situation in Ukraine. German participants warned that the Iran conflict harboured the risk of a North-South conflict, which could overshadow the East-West conflict in Ukraine.
The German guests in Moscow did not see any signs of a faltering Russian economy. Neither did Putin’s approval ratings appear to be falling dramatically, nor was there any indication that Russia was suffering from a shortage of weapons, soldiers or financial resources. Nevertheless, the problem of the severely narrowed range of opinion on both sides makes dialogue difficult. On the other hand, the lively participation of younger Russian Germanists, who enriched the exchange, was a welcome sight.
Rüstungskontrolle, mit Vizeaußenminister RyabkovArms control, with Deputy Foreign Minister Ryabkov
RückblickReview
Der stellvertretende Vorsitzende der Eurasien Gesellschaft, Christoph Polajner, nahm an einer Sitzung des Trialogue Club International in Moskau teil, auf der der stellvertretende Außenminister der Russischen Föderation, Sergey Alexeevich Ryabkov, über die Zukunft der Rüstungskontrolle und den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) sprach.
Seit der Jahrtausendwende sind zentrale Elemente der kooperativen Sicherheits- und Rüstungskontrollarchitektur schrittweise weggebrochen. 2002 kündigten die USA den Vertrag über antiballistische Raketenabwehrsysteme (ABM-Vertrag). 2019 folgte nach gegenseitigen Vorwürfen von Vertragsverletzungen das Ende des INF-Vertrags über nukleare Mittelstreckensysteme.
2020 traten die USA aus dem Vertrag über den Offenen Himmel aus, Russland folgte 2021, womit das Regime zur gegenseitigen Luftüberwachung faktisch endete. Mit dem Auslaufen von New START am 5. Februar 2026 gibt es erstmals seit Beginn der bilateralen Rüstungskontrolle Anfang der 1970er-Jahre keine rechtlich verbindlichen, verifizierten Obergrenzen mehr für die strategischen Atomwaffen der beiden größten Nuklearwaffenstaaten; politische Erklärungen, bestimmte Begrenzungen freiwillig einzuhalten, können diese Lücke nur begrenzt kompensieren.
An die Stelle vertraglich verankerter Rüstungskontrolle tritt in Europa zunehmend eine sicherheitspolitische Praxis, die primär auf Abschreckung und militärische Stärkung setzt. Dabei gerät in den Hintergrund, dass Rüstungskontrolle in der Forschung vor allem als Instrument zur Senkung von Konflikt- und Eskalationsrisiken durch Transparenz, Verifikation, Vorhersehbarkeit und vertrauensbildende Maßnahmen verstanden wird.
Das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) stellt in seinem jüngsten Bericht fest, dass die weltweiten Militärausgaben 2025 inflationsbereinigt auf rund 2,89 Billionen US-Dollar gestiegen sind - den höchsten bislang von SIPRI gemessenen Wert und das elfte Jahr in Folge mit einem Anstieg. Allein in Europa nahmen die Ausgaben um etwa 14 Prozent auf 864 Milliarden US-Dollar zu, den höchsten bislang für den Kontinent erfassten Wert.
Das PIR Center unter Leitung von Dr. Vladimir Orlov bietet über den Trialogue Club International eine der wenigen Plattformen, die derzeit noch einen strukturierten fachlichen Austausch zu diesen Fragen ermöglichen. Es ist eine der führenden Nichtregierungsorganisationen Russlands und auf Fragen der Nichtverbreitung von Kernwaffen und der globalen Sicherheit spezialisiert. Seit 2010 verfügt sie über beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC).
Christoph Polajner, Deputy Chairman of the Eurasien Gesellschaft, attended a meeting of the Trialogue Club International in Moscow, at which Sergey Alexeevich Ryabkov, Deputy Minister of Foreign Affairs of the Russian Federation, spoke about the future of arms control and the Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons (NPT).
Since the turn of the millennium, key elements of the cooperative security and arms control architecture have gradually eroded. In 2002, the US withdrew from the Anti-Ballistic Missile Treaty (ABM Treaty). In 2019, following mutual accusations of treaty violations, the Intermediate-Range Nuclear Forces (INF) Treaty came to an end. In 2020, the US withdrew from the Open Skies Treaty, with Russia following suit in 2021, effectively bringing the regime of mutual aerial surveillance to an end.
With the expiry of New START on 5 February 2026, for the first time since the start of bilateral arms control in the early 1970s, there will no longer be any legally binding, verified limits on the strategic nuclear weapons of the two largest nuclear-armed states; political declarations to voluntarily adhere to certain limits can only compensate for this gap to a limited extent.
In Europe, treaty-based arms control is increasingly being replaced by a security policy approach that relies primarily on deterrence and military build-up. This tends to overshadow the fact that, in academic research, arms control is primarily understood as an instrument for reducing the risks of conflict and escalation through transparency, verification, predictability and confidence-building measures.
In its latest report, the Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) notes that global military expenditure rose to around 2.89 trillion US dollars in 2025, adjusted for inflation - the highest figure recorded by SIPRI to date and the eleventh consecutive year of increase. In Europe alone, expenditure rose by around 14 per cent to US$864 billion, the highest figure ever recorded for the continent.
The PIR Center, headed by Dr Vladimir Orlov, offers, through the Trialogue Club International, one of the few platforms currently still facilitating a structured professional exchange on these issues. It is one of Russia’s leading non-governmental organisations, specialising in issues of nuclear non-proliferation and global security. Since 2010, it has held consultative status with the United Nations Economic and Social Council (ECOSOC).
2026: Krieg oder Frieden?2026: War or peace?
RückblickReview
Die Eurasien Gesellschaft veranstaltete eine Diskussionsrunde unter dem Titel ‚2026 - Krieg oder Frieden?‘. Der Fokus lag auf dem aktuellen Stand der internationalen Beziehungen mit besonderem Bezug zum eurasischen Raum. Nach kurzen Referaten der Experten folgte eine lebhafte Podiumsdiskussion mit anschließender Fragerunde des Publikums.
Dr. Alexander Rahr moderierte die Veranstaltung und gab zunächst einen Überblick über die zentralen Probleme und Herausforderungen der internationalen Politik. Dr. Alexander Neu beleuchtete sicherheitspolitische Fragen, unter anderem mit einem Schwerpunkt auf den Ostseeraum. Christoph Polajner präsentierte den aktuellen Stand der europäisch-chinesischen Beziehungen und teilte seine Eindrücke von der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz. Dr. Christian Wipperfürth analysierte die Lage aus der Perspektive der deutschen Politik.
Ein besonderes Highlight war der kurzfristige Gewinn von Dr. Sajjad Safaei als Gastredner, der die aktuelle Situation im Iran vertiefend einordnete.
The Eurasien Gesellschaft organised a panel discussion entitled “2026 - War or Peace?”. The focus was on the current state of international relations, with particular reference to the Eurasian region. Brief presentations by the experts were followed by a lively panel discussion and a subsequent Q&A session with the audience.
Dr Alexander Rahr moderated the event and began by providing an overview of the key issues and challenges in international politics. Dr Alexander Neu examined security policy issues, with a particular focus on the Baltic Sea region. Christoph Polajner presented the current state of European-Chinese relations and shared his impressions of this year’s Munich Security Conference. Dr Christian Wipperfürth analysed the situation from the perspective of German politics.
A particular highlight was the last-minute addition of Dr Sajjad Safaei as a guest speaker, who provided an in-depth analysis of the current situation in Iran.
Veränderungen in der internationalen OrdnungChanges in the international order
RückblickReview
Christoph Polajner zeichnete in einem längeren und tiefer gehenden Vortrag auf einer Veranstaltung, die sich an Mitglieder und Freunde der Eurasien Gesellschaft richtete, Veränderungen in der internationalen Ordnung nach. Er verband dabei eine Analyse dieser Entwicklungen mit Erfahrungen aus seiner langjährigen Tätigkeit in unterschiedlichen Teilen der Welt.
Besonders interessant waren dabei die unterschiedlichen Perspektiven, die er aufzeigen konnte, beispielsweise durch seine Konferenzteilnahmen und Gespräche in Russland in den vergangenen Jahren sowie durch Gespräche in China Ende 2025.
Der Vortrag bildete die Grundlage für eine angeregte Diskussion dieser Themen mit den Gästen im Anschluss, die sich auch im informellen Teil noch lange fortsetzte. Durch den Abend führte Dr. Alexander Neu.
In a long and in-depth lecture at an event aimed at members and friends of the Eurasien Gesellschaft, Christoph Polajner traced changes in the international order. He combined an analysis of these developments with experiences from his many years of work in different parts of the world.
Of particular interest were the different perspectives he was able to highlight, for example through his conference participation and discussions in Russia in recent years, as well as through discussions in China at the end of 2025.
The lecture formed the basis for a lively discussion of these topics with the guests afterwards, which continued long into the informal part of the evening. Dr Alexander Neu hosted the evening.
2025
10th China Global Think Tank Innovation Forum10th China Global Think Tank Innovation Forum
RückblickReview
Die Eurasien Gesellschaft nahm am zehnten China Global Think Tank Innovation Forum (CGTF) teil. Organisiert vom Center for China and Globalization (CCG) und unterstützt von der China Association of International Trade, zog das Forum mehr als 200 Teilnehmer aus rund 50 Ländern an, darunter Vertreter von etwa 70 Think-Tanks und Botschafter zahlreicher Länder, insbesondere aus der EU.
Christoph Polajner, stellvertretender Vorsitzender der Eurasien Gesellschaft, warb in seinem Beitrag u.a. für Gespräche zur Entwicklung der internationalen Sicherheitsarchitektur und eine intensivere Beschäftigung mit unterschiedlichen Vorstellungen zur Zukunft der internationalen Ordnung. Einige Ideen aus China z.B. zur friedlichen Koexistenz und zur Kooperation im eurasischen Raum könnten von den Europäern aufgegriffen und ergänzt werden und dabei helfen, aus der Negativspirale eines bewaffneten Konfliktes herauszukommen, in der sich Europa gegenwärtig befinde.
The Eurasien Gesellschaft participated in the tenth China Global Think Tank Innovation Forum (CGTF). Organised by the Centre for China and Globalisation (CCG) and supported by the China Association of International Trade, the forum attracted more than 200 participants from around 50 countries, including representatives from some 70 think tanks and ambassadors from numerous countries, particularly from the EU.
In his speech, Vice-Chairman of the Eurasien Gesellschaft Christoph Polajner called for discussions on the development of the international security architecture and a more intensive examination of different ideas about the future of the international order. Some ideas from China, e.g. on peaceful coexistence and cooperation in the Eurasian region, could be taken up and supplemented by Europeans and help to break out of the negative spiral of armed conflict in which Europe currently finds itself.
Gespräch mit Prof. Theodore PostolConversation with Prof. Theodore Postol
RückblickReview
Professor Theodore Postol sprach über die Auswirkungen des Einsatzes taktischer Atomwaffen. Die Veranstaltung fand vor dem Hintergrund der Diskussionen über die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland ab 2026 statt.
Dr. Postol erklärte, dass Deutschland möglicherweise vor einer „existentiellen Katastrophe” stehe und Europa zum Zündpunkt eines Dritten Weltkrieges werden könne. In der Diskussion mit den Teilnehmern wurde auch die Debatte in Russland über eine wirksamere nukleare Abschreckung beleuchtet, zu der die Eurasien Gesellschaft am 11. September eine Veranstaltung organisiert hatte.
Prof. Postol ist emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und internationale Sicherheit am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er war außerdem am Argonne National Laboratory, im Pentagon und an der Stanford University tätig. Bis 2019 war er Mitglied der Redaktion der Fachzeitschrift Science & Global Security.
Professor Theodore Postol spoke about the effects of the use of tactical nuclear weapons. The event took place against the backdrop of discussions about the deployment of US medium-range weapons in Germany from 2026 onwards.
Dr Postol explained that Germany could be facing an “existential catastrophe” and that Europe could become the flashpoint for a Third World War. The discussion with participants also highlighted the debate in Russia about a more effective nuclear deterrent, which was the subject of an event organised by the Eurasien Gesellschaft on 11 September.
Prof. Postol is Professor Emeritus of Science, Technology and International Security at the Massachusetts Institute of Technology (MIT). He has also worked at Argonne National Laboratory, the Pentagon and Stanford University. Until 2019, he was a member of the editorial board of the journal Science & Global Security.
Von der passiven zur aktiven Abschreckung: Russlands neue Sicherheits- und GeopolitikFrom passive to active deterrence: Russia’s new security and geopolitics
RückblickReview
Die Eurasien Gesellschaft veranstaltete gemeinsam mit der Zeitschrift WeltTrends - Zeitschrift für internationale Politik eine Vortragsveranstaltung zur kürzlich auf Deutsch erschienenen Publikation „Von der passiven zur aktiven Abschreckung - Russlands neue Sicherheits- und Geopolitik“.
Die Autoren der Studie sind Dmitri Trenin, Direktor des Instituts für Globale Militärökonomie, Sergei Karaganow, Leiter der Fakultät für Weltwirtschaft und Weltpolitik an der Higher School of Economics in Moskau, sowie Admiral Sergej Awakjanz, ehemaliger Oberbefehlshaber der russischen Pazifikflotte. Das Dossier richtet sich an den russischen Präsidenten und Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte. Es war ursprünglich nicht zur Veröffentlichung gedacht.
Es gewährt einen seltenen Einblick in das strategische Denken der politischen und militärischen Eliten in Russland.
Die Studie wurde von Dr. Siegfried Fischer, Mitbegründer des Berliner Instituts für Transatlantische Sicherheit, Publizist und Buchautor, vorgestellt. Alexander Rahr und Dr. Alexander Neu von der Eurasien Gesellschaft kommentierten und ordneten Aspekte der Studie in die aktuellen Entwicklungen ein. Die Länge der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmern verdeutlichte die Relevanz dieser in Deutschland bisher wenig beachteten Publikation.
Moderation: Kai Kleinwächter, Verlagsleiter von WeltTrends - Zeitschrift für internationale Politik.
The Eurasien Gesellschaft, in collaboration with WeltTrends - Journal for International Politics, hosted a lecture event on the recently published German-language publication “From Passive to Active Deterrence - Russia’s New Security and Geopolitics”.
The authors of the study are Dmitri Trenin, Director of the Institute for Global Military Economics, Sergei Karaganov, Head of the Faculty of World Economy and World Politics at the Higher School of Economics in Moscow, and Admiral Sergei Avakyan, former Commander-in-Chief of the Russian Pacific Fleet. The dossier is addressed to the Russian president and commander-in-chief of the Russian armed forces. It was not originally intended for publication.
It provides a rare insight into the strategic thinking of Russia’s political and military elites.
The study was presented by Dr Siegfried Fischer, co-founder of the Berlin Institute for Transatlantic Security, publicist and author. Alexander Rahr and Dr Alexander Neu from the Eurasien Gesellschaft commented on and contextualised aspects of the study in relation to current developments. The length of the subsequent discussion with the participants highlighted the relevance of this publication, which has received little attention in Germany to date.
Moderator: Kai Kleinwächter, publishing director of WeltTrends - Journal for International Politics.
Fachgespräch mit amerikanischen ExpertenExpert circle with US experts
RückblickReview
Die Eurasien Gesellschaft lud am 11.7.2025 interessierte Experten zum Meinungs- und Informationsaustausch mit den Ex-CIA-Agenten Ray McGovern und Elizabeth Ann Murray in den Sprechsaal in Berlin-Mitte ein.
McGovern war während seiner Tätigkeit für den amerikanischen Auslandsgeheimdienst für die Analyse der Politik der UdSSR sowie die tägliche Unterrichtung mehrerer US-Präsidenten verantwortlich. Heute kommentiert er regelmäßig Entwicklungen in der internationalen Politik, insbesondere die Beziehungen zu Russland. Murray war im National Intelligence Council für den Mittleren Osten zuständig.
Die Amerikaner gaben ihre Einschätzung zu den Ursachen, Hintergründen, Zielen und zum Verlauf des Ukraine-Krieges ab. Gemeinsam wurde über Friedenschancen, Waffenstillstand und die kommende europäische Sicherheitsarchitektur diskutiert. Insbesondere wurde die Rolle Chinas als Vermittler im Konflikt hervorgehoben.
Moderation: Christoph Polajner.
On 11 July 2025, the Eurasien Gesellschaft invited interested experts to exchange views and information with former CIA agents Ray McGovern and Elizabeth Ann Murray in the Sprechsaal in Berlin-Mitte.
During his time with the American foreign intelligence service, McGovern was responsible for analysing the politics of the USSR and providing daily briefings to several US presidents. Today, he regularly comments on developments in international politics, particularly relations with Russia. Murray was responsible for the Middle East at the National Intelligence Council.
The Americans shared their assessment of the causes, background, goals and course of the war in Ukraine. Together, they discussed the chances for peace, a ceasefire and the future European security architecture. In particular, China’s role as a mediator in the conflict was highlighted.
Moderator: Christoph Polajner.
Die deutsche Außenpolitik in EurasienGerman foreign policy in Eurasia
RückblickReview
Russland, Zentralasien und Aserbaidschan standen im Fokus des Vortrages, den der Anwalt für Außenwirtschaftsfragen, Dr. Thomas Falk, auf dem Sommerfest der Eurasien Gesellschaft hielt. Dr. Falk kam zunächst auf den Krieg in der Ukraine zu sprechen, wo eine Friedenslösung möglich, aber äußerst schwierig zu sein scheint.
Danach analysierte der Redner wachsende Kooperationsmöglichkeiten mit Unternehmen in den südlichen Ländern Eurasiens, wie Kasachstan und Aserbaidschan, die auch im Zuge der Zentralasienstrategie der EU für Deutschland von großem Interesse sind.
Christoph Polajner berichtete im Anschluss von seinen Eindrücken vom Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg.
Moderation: Alexander Rahr.
Russia, Central Asia and Azerbaijan were the focus of the presentation given by Dr Thomas Falk, a lawyer specialising in foreign trade issues, at the Eurasien Gesellschaft’s summer party. Dr Falk began by discussing the war in Ukraine, where a peaceful solution appears possible but extremely difficult.
The speaker then analysed growing opportunities for cooperation with companies in the southern countries of Eurasia, such as Kazakhstan and Azerbaijan, which are also of great interest to Germany in the context of the EU’s Central Asia strategy.
Christoph Polajner then reported on his impressions of the International Economic Forum in St. Petersburg.
Moderator: Alexander Rahr.
Erbe und Vermächtnis bewahren: Wofür Vollmer und Gorbatschow wirklich kämpftenPreserving heritage and legacy: what Vollmer and Gorbachev really fought for
RückblickReview
Zusammen mit dem Deutsch-Russischen Forum organisierte die Eurasien Gesellschaft eine Vortragsveranstaltung in Berlin zum Thema Friedenssicherung in Europa. Die Vortragenden - Petra Erler (früher EU-Kommission), Daniela Dahn (Publizistin des linken Spektrums) und Alexander Rahr (Eurasien Gesellschaft) - gedachten anfangs mit bewegenden Worten der verstorbenen Friedensaktivistin Antje Vollmer. Erinnert wurde auch an Michail Gorbatschows Wahl zum Generalsekretär vor genau 40 Jahren.
Gorbatschow leitete bekanntlich eine der bedeutendsten Zeitenwenden der Geschichte ein, an deren Ende die Wiedervereinigung Deutschlands und das Ende des Kalten Krieges standen. Auf dem Podium diskutierten Erler, Dahn und Rahr über den aktuellen Ukraine-Krieg, die Chancen einer Friedenssicherung und der Rückkehr zur friedlichen Einheit Europas.
Moderation: Martin Hoffmann.
Kooperationspartner: Deutsch-Russisches Forum e. V.
The Eurasien Gesellschaft, together with the German-Russian Forum, organised a lecture event in Berlin on the topic of securing peace in Europe. The speakers - Petra Erler (formerly of the EU Commission), Daniela Dahn (publicist of the left-wing spectrum) and Alexander Rahr (Eurasien Gesellschaft) - began with moving words in memory of the late peace activist Antje Vollmer. The audience was also reminded of Mikhail Gorbachev’s election as General Secretary exactly 40 years ago.
As is well known, Gorbachev initiated one of the most significant turning points in history, which ultimately led to the reunification of Germany and the end of the Cold War. On the podium, Erler, Dahn and Rahr discussed the current war in Ukraine, the chances of securing peace and the return to a peaceful Europe.
Moderator: Martin Hoffmann.
In cooperation with: Deutsch-Russisches Forum e. V.
Chancen für Frieden in der Ukraine: der Trump-Putin-GipfelOpportunities for peace in Ukraine: the Trump-Putin summit
RückblickReview
General Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, und der ungarische Botschafter und Publizist György Varga traten am 27. Februar gemeinsam auf einer Großveranstaltung der Eurasien Gesellschaft in Berlin-Dahlem auf. Beide unterstützten in ihren fundierten Vorträgen die Friedensbemühungen für die Ukraine und kritisierten den gegensätzlichen Kurs der Europäischen Union.
Die Redner analysierten die oftmals vergessenen Ursachen und den unterschiedlichen Verlauf des Ukraine-Krieges und zeichneten eine Perspektive für die Zukunft der europäischen Sicherheitsarchitektur auf. General Kujat besprach ausführlich die Chancen der Bildung einer europäischen Armee, die seiner Meinung nach nicht von der NATO losgelöst agieren könne. Der Abend endete mit einem geselligen Abendessen aller Gäste.
Moderation: Alexander Rahr.
On 27 February, General Harald Kujat, former Inspector General of the Bundeswehr, and the Hungarian ambassador and publicist György Varga appeared together at a major event organised by the Eurasien Gesellschaft in Berlin-Dahlem. In their well-founded lectures, both supported the peace efforts for Ukraine and criticised the contradictory course of the European Union.
The speakers analysed the often-forgotten causes and the different course of the war in Ukraine and outlined a perspective for the future of the European security architecture. General Kujat discussed in detail the chances of forming a European army, which in his opinion could not operate independently of NATO. The evening ended with a convivial dinner for all guests.
Moderator: Alexander Rahr.
Sieben Gründe, warum 2025 kein gutes Jahr für die EU sein könnteSeven reasons why 2025 might not be a good year for the EU
RückblickReview
Die Europäische Union durchläuft gleich mehrere Krisen, beklagte Michael von der Schulenburg, Abgeordneter des Europaparlaments (BSW) auf der Vortragsveranstaltung der Eurasien Gesellschaft in Berlin am 14.1.2025. Der ehemalige deutsche Diplomat kritisierte in seinem Vortrag und anschließender Diskussion die fehlende europäische Friedensdiplomatie.
Die kriegslüsterne Politik der EU sei hochgefährlich, sie beruhe auf falsch verstandenem westlichen Triumphalismus, auf einer Verkennung der Realpolitik und auf überforderten westlichen Politikern. Der Redner sprach sich für eine Partnerschaft der Europäer mit den BRICS-Staaten aus.
Moderation: Dr. Alexander Neu.
The European Union is going through several crises at once, lamented Michael von der Schulenburg, Member of the European Parliament (BSW) at the lecture event of the Eurasien Gesellschaft in Berlin on January 14, 2025. In his lecture and subsequent discussion, the former German diplomat criticized the lack of European peace diplomacy.
The bellicose policy of the EU is highly dangerous, he said, and is based on a misunderstanding of Western triumphalism, on a misjudgment of Realpolitik and on overburdened Western politicians. The speaker advocated a partnership between Europeans and the BRICS countries.
Moderator: Alexander Neu, PhD.
2024
Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung EuropasFrom the decline of the West to the reinvention of Europe
RückblickReview
Prof. Wolfgang Streeck diskutiert mit dem Autor Dr. Hauke Ritz über dessen vor Kurzem im Wiener Promedia Verlag erschienenes Buch „Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas“. Wolfgang Streeck, Prof. für Soziologie und Direktor em. am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln (MPIfG) und Hauke Ritz, Dr. der Philosophie und Gründungsmitglied der Eurasien Gesellschaft diskutieren gemeinsam über das Verhältnis Europas zu den USA.
Inwiefern ist die westliche Identität der heutigen EU sowie ihre zentralistische Struktur für das Scheitern der Chance von 1989 verantwortlich? Ist eine Neuerfindung Europas und damit eine Rückkehr zu seiner über Jahrtausende existenten dezentralen Form möglich? Welche Rolle kommt im europäischen Einigungsprozess der europäischen Kultur zu? Und wie wurde diese durch den Kalten Krieg und die Westbindung verändert? Ist zur Wiederherstellung einer europäischen Identität die Herauslösung Europas aus dem Westen notwendig? Und ist das Eintreten für ein selbstständiges und von den USA unabhängiges Europa eine Utopie oder ein realpolitisches Projekt?
Moderation: Isabelle Casel.
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Friedensrat e. V.
Prof. Wolfgang Streeck discusses with the author Dr Hauke Ritz about his recently published book “On the Decline of the West and the Reinvention of Europe”. Wolfgang Streeck, Prof. of Sociology and Director em. at the Max Planck Institute for the Study of Societies in Cologne (MPIfG) and Hauke Ritz, Dr. of Philosophy and founding member of the Eurasien Gesellschaft, discuss Europe’s relationship with the USA.
To what extent is the Western identity of today’s EU and its centralist structure responsible for the failure of the 1989 opportunity? Is a reinvention of Europe and thus a return to its decentralised form that has existed for thousands of years possible? What role does European culture play in the European unification process? And how has it been changed by the Cold War and the integration with the West? Is it necessary to separate Europe from the West in order to restore a European identity? And is the advocacy of a self-sufficient Europe independent of the USA a utopia or a realpolitik project?
Moderator: Isabelle Casel.
In cooperation with Deutscher Friedensrat e. V.
Teilnahme am Verona Eurasian Economic ForumParticipation in the Verona Eurasian Economic Forum
RückblickReview
Die Eurasien Gesellschaft nahm erneut am Verona Eurasian Economic Forum teil. Es fand vom 5. bis zum 6. Dezember 2024 in Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) statt. Die Veranstaltung wurde von der italienischen Non-Profit-Organisation Associazione Conoscere Eurasia in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer der VAE und Roscongress organisiert. Es fand zum 17. Mal statt und zum ersten Mal in den VAE.
Die Wahl der VAE als Gastgeberland unterstrich deren Rolle als aufstrebendes globales Zentrum für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Vertrauensbildung.
Unter dem Motto „Neue Kooperationsarchitektur für die moderne Wirtschaft“ versammelte das Forum Medienberichten zufolge über 1.000 Teilnehmer aus 40 Ländern, darunter Politiker, Diplomaten, Wirtschaftsführer und Akademiker aus Europa und Asien.
Das zweitägige Forum umfasste Diskussionen zu den Themen Energie und Umwelt, Regionalisierung vs. Globalisierung, Infrastruktur und Transport, Finanzwesen im Wandel, Herausforderungen neuer Technologien, Industrie und globale Wirtschaft, Ernährungssicherheit und Bekämpfung der Wüstenbildung sowie soziale Entwicklung für eine inklusive Wirtschaft.
Die Eröffnungsrede wurde von Scheich Saʿud ibn Saqr al-Qasimi, dem Herrscher des Emirats Ra’s al-Chaima, eines der sieben Emirate der VAE, gehalten. Der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, war per Video zugeschaltet.
Insgesamt unterstrich das 17. Verona Eurasian Economic Forum die Bedeutung von Zusammenarbeit und Dialog zwischen Europa und Asien in einer zunehmend multipolaren Welt.
The Eurasien Gesellschaft was once again represented at the Verona Eurasian Economic Forum. It took place from 5 to 6 December 2024 in Ras Al Khaimah in the United Arab Emirates (UAE). The event was organised by the Italian non-profit organisation Associazione Conoscere Eurasia in collaboration with the UAE Chamber of Commerce and Industry and Roscongress. It was the 17th time it had taken place and the first time in the UAE.
The choice of the UAE as host country underlined its role as an emerging global centre for economic cooperation and confidence-building.
Under the theme “New Architecture for Cooperation in the Modern Economy”, the forum brought together over 1,000 participants from 40 countries, including politicians, diplomats, business leaders and academics from Europe and Asia, according to media reports.
The two-day forum included discussions on topics such as energy and the environment, regionalisation vs. globalisation, infrastructure and transportation, changing finance, the challenges of new technologies, industry and the global economy, food security and combating desertification, and social development for an inclusive economy.
The opening speech was delivered by Sheikh Saʿud ibn Saqr al-Qasimi, ruler of the Emirate of Ra’s al-Khaimah, one of the seven emirates of the UAE. Former President of the European Commission, Romano Prodi, addressed the Forum via video message.
The 17th Verona Eurasian Economic Forum highlighted the importance of cooperation and dialogue between Europe and Asia in an increasingly multipolar world.
European Silk Road SummitEuropean Silk Road Summit
RückblickReview
Zum achten Mal trafen sich in der letzten Novemberwoche mehrere Hundert Experten und Spezialisten aus Wirtschaft und Politik aus über 20 Ländern zum internationalen „Silk Road Summit“ in Wien. Auch die Eurasien Gesellschaft e. V. war aktiv vertreten.
Neben einem umfassenden Austausch, vor allem von Logistikern, Juristen und Infrastrukturentwicklern, wurde in den Diskussionen die Belastung der Konnektivität zwischen Europa und Asien beklagt. Vor allem die Sanktionspolitik des Westens stellt weiter eine große Belastung von möglichen dynamischen Wachstumsmöglichkeiten für Partner zwischen Europa und Asien dar.
Trotzdem vermittelte das Summit auch viel Optimismus für Veränderung und neue Chancen in den kommenden Jahren. Investitionen in die Infrastruktur des mittleren Korridors, insbesondere in der Kaukasusregion, aber auch in Südosteuropa, eröffnen neue Möglichkeiten der Entwicklung von Handelswegen. Die Stagnation von Volumen im Austausch mit Asien scheint beendet und die Zahlen zeigen wieder nach oben.
Neue Firmen, insbesondere aus Zentralasien engagieren sich entlang der Silk Road und die Technologien und der Grad der Digitalisierung im Warenaustausch nehmen wieder an Dynamik zu.
Wien hat sich als europäisches Zentrum dieser Konnektivität hervorragend präsentiert. Das Silk Road Summit als internationale Dialogplattform war auch in 2024 ein neuerlicher Beweis, wie friedlicher Austausch zu internationalem Vertrauen beitragen kann.
For the eighth time, several hundred experts and specialists from the fields of economics and politics, coming from more than 20 countries, met in the last week of November for the international “Silk Road Summit” in Vienna. The Eurasien Gesellschaft was also actively represented.
In addition to a comprehensive exchange, especially among logisticians, lawyers and infrastructure developers, the discussions also lamented the strain on connectivity between Europe and Asia. In particular, the West’s policy of sanctions continues to be a major obstacle to potential dynamic growth opportunities for partners between Europe and Asia.
Nevertheless, the summit also conveyed a great deal of optimism for change and new opportunities in the coming years. Investments in the infrastructure of the middle corridor, particularly in the Caucasus region, but also in Southeast Europe, are opening up new possibilities for the development of trade routes. The stagnation in volumes exchanged with Asia seems to have come to an end and the figures are pointing upwards again.
New companies, particularly from Central Asia, are getting involved along the Silk Road, and the technologies and degree of digitalisation in the exchange of goods are once again increasing.
Vienna has presented itself excellently as the European centre of this connectivity. As an international platform for dialogue, the Silk Road Summit in 2024 was further proof of how peaceful exchange can contribute to international trust.
Zeitenwende in Eurasien: Die Interessen DeutschlandsA turning point in Eurasia: the interests of Germany
RückblickReview
Kay-Achim Heino Schönbach, geboren 1965, Vizeadmiral a. D. der Deutschen Marine der Bundeswehr und Politiker, war 2021-2022 bis zu seiner Ablösung Inspekteur der Deutschen Marine. Er gilt als führender Militärexperte für die eurasische Landmasse.
Schönbach skizzierte in seinem Vortrag das Verhältnis Deutschlands zu den globalen Kraftzentren USA, EU, China, Russland und Indien. Er kritisierte den einseitig dominierenden „hypermoralischen“ Kompass der Bundesregierung und beschrieb, wie eine realpolitische Gesamtstrategie aussehen sollte. Er sprach sich einerseits für eine feste Einbindung in das stärkste Militärbündnis der Welt - Nato - aus.
Andererseits kann Deutschland seiner Ansicht nach auf eine Rohstoffpartnerschaft mit Russland nicht verzichten. Nach Schönbach gibt es Möglichkeiten, den Ukraine-Konflikt diplomatisch zu lösen.
Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Experten Alexander Neu, Christoph Polajner und Alexander Rahr mit Vizeadmiral a. D. Schönbach über die Machtkonstellationen in Eurasien und über deutsche Sicherheitsinteressen.
Es bestand zudem die Möglichkeit einer interessanten Debatte des zahlreich erschienenen Publikums mit diesem erfahrenen Militärführer der Bundesrepublik.
Moderation: Dr. Christian Wipperfürth.
Kay-Achim Heino Schönbach, born in 1965, retired Vice Admiral of the German Navy of the Bundeswehr and politician, was Inspector of the German Navy in 2021-2022 until his replacement. He is considered a leading military expert for the Eurasian landmass.
In his lecture, Schönbach outlined Germany’s relationship with the global power centers of the USA, EU, China, Russia and India. He criticized the unilaterally dominant “hyper-moral” compass of the federal government and described what an overall realpolitik strategy should look like. On the one hand, he advocated a firm integration into the strongest military alliance in the world - NATO.
On the other hand, in his opinion, Germany cannot do without a raw materials partnership with Russia. According to Schönbach, there are ways to resolve the Ukraine conflict diplomatically.
Following the lecture, the experts Alexander Neu, Christoph Polajner and Alexander Rahr discussed with retired Vice Admiral Schönbach the power constellations in Eurasia and German security interests.
The large audience also had the opportunity for an interesting debate with this experienced military leader of the Federal Republic.
Moderator: Dr Christian Wipperfürth.
Je t’aime moi non plus: Was ist los mit Frankreich?Je t’aime moi non plus: What’s going on with France?
RückblickReview
Der ca. 45-minütige Vortrag begann mit einer Analyse des Wahlergebnisses der Europawahl in Frankreich und der französischen Parteienlandschaft in der „Ära Macron“, die einen unsicheren Kurs auf die Präsidentschaftswahlen 2027 nimmt. Wie „europäisch“ ist Frankreich noch? Wie aufgewühlt ist das Land innenpolitisch? Was war das Ziel der 6 Europareden von Emmanuel Macron, der kürzlich erklärte, Europa könne sterben? Gibt es ein deutsch-französisches Tandem für den eurasischen Raum - und mit welchem Inhalt? Warum ist die NATO für Frankreich nicht mehr „hirntot“, wie noch 2018? Welchen Weg wählt Frankreich in der Weltpolitik? Diese und andere Fragen wurden im Anschluss an den Vortrag gemeinsam diskutiert.
In diesem Kontext zu empfehlen ist das Buch von Frau Prof. Dr. Ulrike Guérot: „Was ist los mit Frankreich?“
Moderation: Dr. Hauke Ritz.
The approximately 45-minute lecture began with an analysis of the election results of the European elections in France and the French party landscape in the “Macron era”, which is taking an uncertain course towards the presidential elections in 2027.
How “European” is France? How upset is the country in domestic politics? What was the goal of the 6 Europe speeches of Emmanuel Macron, who recently declared that Europe could die? Is there a Franco-German tandem for the Eurasian space - and with what content? Why is NATO no longer “brain dead” for France, as it was in 2018? Which path does France choose in world politics? These and other questions were discussed together after the lecture.
In this context, the book by Prof. Dr. Ulrike Guérot “Was ist los mit Frankreich?” is recommended.
Moderator: Dr. Hauke Ritz.
Eurasische Handels- und TransportkorridoreEurasian trade and transport corridors
RückblickReview
Vortragender war Uwe Leuschner, ausgewiesener Eurasien-Spezialist, der über 25 Jahre Erfahrung in der Logistik verfügt (Rewico AG, Fiege Russia AG, DB Schenker Russia, DB Cargo). Der gebürtige Deutsche studierte Außenwirtschaft an der Wirtschaftsuniversität in Prag und absolvierte sein Aufbaustudium in den USA und Kanada. Neben Deutsch spricht er Russisch, Englisch und Tschechisch und ist Mitglied in mehreren nationalen und internationalen Wirtschaftsverbänden.
Die Eurasischen Handels- und Transportkorridore erfahren im Besonderen aufgrund ihres Potenzials, die regionale Konnektivität zu verbessern und die wirtschaftliche Integration zu fördern, große Aufmerksamkeit. Sie verbinden die Märkte Zentralasiens und des Südkaukasus mit der Europäischen Union. Die Länder entlang des Korridors wachsen sehr dynamisch und locken ausländische Unternehmen mit Rohstoffreichtum und einer starken industriellen Entwicklung.
Leuschner zeichnete in seinem Vortrag eine hochinteressante politische Karte eines neuen Eurasiens. Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die zahlreichen Teilnehmer über geopolitische und geoökonomische Zukunftsfragen. Vor allem stand die Frage im Raum, wie Deutschland seine Rohstoffzufuhren aus China und dem eurasischen Raum friedlich und effektiv sichern könnte.
Moderation: Christoph Polajner.
The speaker was Uwe Leuschner, a proven Eurasia specialist who has over 25 years of experience in logistics (Rewico AG, Fiege Russia AG, DB Schenker Russia, DB Cargo). Born in Germany, he studied foreign trade at the University of Economics in Prague and completed his postgraduate studies in the USA and Canada. In addition to German, he speaks Russian, English and Czech and is a member of several national and international business associations.
The Eurasian trade and transport corridors are receiving great attention, in particular, due to their potential to improve regional connectivity and promote economic integration. They connect the markets of Central Asia and the South Caucasus with the European Union. The countries along the corridor are growing very dynamically, attracting foreign companies with a wealth of raw materials and strong industrial development. In his lecture, Leuschner drew a highly interesting political map of a new Eurasia.
Following the lecture, the numerous participants discussed geopolitical and geo-economic issues of the future. Above all, the question was how Germany could secure its raw material supplies from China and the Eurasian region peacefully and effectively.
Moderator: Christoph Polajner.
Friedenspläne für die UkrainePeace plans for Ukraine
RückblickReview
Experten der Eurasien Gesellschaft e. V. erörterten in einer Podiumsdiskussion Friedensinitiativen für die Ukraine, die von Staaten Eurasiens entwickelt wurden. Welche Ansätze gibt es? Konnten erkennbare Fortschritte erzielt werden, und was sind Hindernisse auf dem Weg zu einem Frieden in Europa?
Gibt es einen Ansatz für eine realistische diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts? Warum drängen China, die Türkei und Länder des Südens zu einer Waffenruhe und einem Friedensplan in der Ukraine, während der Westen keine Verhandlungen mit Russland möchte und ausschließlich auf einen Militärsieg der Ukraine setzt? Experten der Eurasien Gesellschaft stellten sich, nach kurzen Impulsen, den Fragen und Statements zahlreicher interessierter Gäste.
Neu, Polajner und Rahr sahen den Ukraine-Krieg noch lange nicht beendet, versuchten aber eher den Blick auf die Veränderungen der globalen Weltlage zu schärfen. Der Schlüssel zur Lösung vieler Konflikte in der Welt liege in der Anerkennung bzw. Verweigerung der Tatsache, dass die Weltordnung sich von einer unipolaren (US-zentrierten) hin zu einer multipolaren gewandelt habe. Internationale und multinationale Kooperationsmechanismen bedürfen einer Neuordnung.
Die Diskussionen darüber, ob letztendlich China, oder eher die USA den Ukraine-Krieg stoppen könnten, liefen bis tief in die Nacht. Diskutiert wurde auch über die Bedeutung der Personalwechsel im Kreml.
Moderation: Dr. Christian Wipperfürth.
In a panel discussion, experts from the Eurasien Gesellschaft e. V. discussed peace initiatives for Ukraine developed by Eurasian states. What are the approaches? Has there been noticeable progress, and what are the obstacles on the way to peace in Europe?
Is there an approach for a realistic diplomatic solution to the Ukraine conflict? Why are China, Turkey and countries of the South pushing for a ceasefire and a peace plan in Ukraine, while the West does not want negotiations with Russia and relies solely on a military victory of Ukraine? Experts of the Eurasien Gesellschaft, after brief impulses, answered the questions and statements of numerous interested guests.
Neu, Polajner and Rahr did not expect the Ukraine war to end any time soon, but rather tried to sharpen the view on the changes in the global world situation. The key to resolving many conflicts in the world lies in the recognition or denial of the fact that the world order has changed from a unipolar (US-centered) to a multipolar one. International and multinational cooperation mechanisms need to be reorganized.
The discussions about whether China, or rather the US, could ultimately stop the Ukraine war ran deep into the night. The importance of personnel changes in the Kremlin was also discussed.
Moderator: Dr Christian Wipperfürth.
2023
Tanz auf dem VulkanDancing on the volcano
RückblickReview
Die Lage im Kriegsgebiet ist weitaus dramatischer für die Ukraine, als es unsere Medien berichten. Dies betrifft vor allem die Zahl der Gefallenen und Toten. Die Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Ländern sind kollabiert. Es deutet sich eine Zweiteilung der Welt an, in den Westen und den Nicht-Westen. Ist dieser Prozess aufzuhalten? Wie könnte eine gemeinsame Friedensordnung unter Einschluss Russlands und der Ukraine aussehen?
Ein Journalist berichtete von seinen Erfahrungen im Kriegsgebiet.
Darüber diskutierten wir mit unserem Referenten und unserem Publikum.
Patrik Baab, Autor „Auf beiden Seiten der Front. Meine Reisen in die Ukraine“, Westend-Verlag, 2023.
The situation in the war zone is far more dramatic for Ukraine than our media report. First of all, this concerns the number of casualties and dead. Relations between Russia and Western countries have collapsed. There is an indication of a division of the world into the West and the non-West. Can this process be stopped? What could a common peace order including Russia and Ukraine look like?
A journalist reported on his experiences in the war zone.
We discussed this with our speaker and our audience.
Patrik Baab, author of “On both sides of the front. My travels to Ukraine”, Westend Publishing House, 2023.
Die selbsternannten Republiken im postsowjetischen RaumThe self-proclaimed republics in the post-Soviet space
RückblickReview
Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion gibt es mit Abchasien, Bergkarabach, Südossetien und Transnistrien vier autonome, selbsternannte Republiken, bzw. nur von sehr wenigen Ländern anerkannte Republiken. Wie explosiv ist die Lage? Während sich die Situation in Abchasien stabilisiert hat, wird um Bergkarabach gekämpft. Auch dem Ukraine-Krieg ist die Gründung separatistischer Republiken in Donezk und Luhansk vorangegangen. Welche Zukunft erwartet diese Autonomien?
Darüber diskutierten wir aus unterschiedlichen Perspektiven.
Dr. Christian Wipperfürth: Einführung: Ursachen, Stand, Perspektive ethnisch-territorialer Konflikte auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion.
Wolfgang Matzke (Rechtsanwalt): Der Repräsentant der Industrie- und Handelskammer der selbsternannten Republik Abchasien in Deutschland hielt einen Reisebericht über Abchasien.
Moderation: Alexander Rahr.
More than three decades after the end of the Soviet Union, there are four autonomous, self-proclaimed republics - Abkhazia, Nagorno-Karabakh, South Ossetia and Transnistria - or republics recognised by very few countries. How explosive is the situation? While the situation in Abkhazia has stabilised, there is a struggle for Nagorno-Karabakh. The Ukraine war was also preceded by the establishment of separatist republics in Donetsk and Luhansk. What future awaits these autonomous republics?
We discussed this from different perspectives.
Dr. Christian Wipperfürth: Introduction: Causes, status, perspective of ethnic-territorial conflicts on the territory of the former Soviet Union.
Wolfgang Matzke (Lawyer): The representative of the Chamber of Commerce and Industry of the self-proclaimed Republic of Abkhazia in Germany gave a travel report about Abkhazia.
Moderator: Alexander Rahr.
The Search for Peaceful Coexistence in EurasiaThe Search for Peaceful Coexistence in Eurasia
RückblickReview
Bevor die Eurasien Gesellschaft in die Sommerpause ging, veranstaltete sie am 26. Juni eine Podiumsdiskussion mit dem amerikanischen Osteuropa-Historiker und Professor an der Universität Rhode Island, Nikolai Petro. In seinem Vortrag „The Search For Peaceful Coexistence in Eurasia: The Role of Tragedy“ stellte Petro sein Buch „The Tragedy of Ukraine“ vor. Das Buch handelt von der ukrainischen Suche nach nationaler Identität.
Nach Meinung Petros werden die Identitätsunterschiede zwischen der West- und der Ostukraine ewig bestehen bleiben. Der US-Experte zeichnete ein aktuelles Bild der ukrainischen Zivilgesellschaft und sprach sich für eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg aus.
Moderation: Alexander Rahr.
Before the Eurasien Gesellschaft went into the summer break, it organized a panel discussion with the American historian of Eastern Europe and professor at the University of Rhode Island, Nikolai Petro, on June 26th. In his lecture “The Search For Peaceful Coexistence in Eurasia: The Role of Tragedy” Petro presented his book “The Tragedy of Ukraine”. The book is about the Ukrainian search for national identity. According to Petro, the identity differences between western and eastern Ukraine will remain forever.
The US expert drew a current picture of Ukrainian civil society and spoke in favor of a peace solution in the Ukraine war.
Moderator: Alexander Rahr.
China in der Logistik EurasiensChina in the logistics of Eurasia
RückblickReview
Am 23. Mai 2023 sprach Uwe Leuschner über die Transportkorridore zwischen China und Europa, die er lange an führender Stelle mitgestaltet hat. Leuschner war u.a. Senior Vice President Business Development Eurasia bei der DB Cargo AG, CEO von DB Cargo Russia und Gruppen-CEO bei Far East Land Bridge.
Der gebürtige Ostdeutsche zeichnete aus seinen vielfältigen Erfahrungen heraus ein interessantes Bild der chinesischen Gesellschaft, beschrieb einerseits die Eigenart der Reformbremser in China, beschrieb aber auch den unbändigen Unternehmergeist, vor allem jüngerer Chinesen, die sich westliche Sprachen aneigneten. Bestehende Handelsbarrieren konnten durch persönliche Kontakte zwischen Unternehmern oftmals beseitigt werden.
Leuschner gab einen Überblick über die von ihm mitgestaltete Entwicklung vom Transport erster Container hin zu einem zwei Kontinente überspannenden Transportnetzwerk. Er zeigte dabei ebenso die weiteren Potenziale der zunehmenden Konnektivität auf, wie auch die schwindende Rolle, die Deutschland hierbei aufgrund eigener politischer Weichenstellungen spielt. Auch beim Warentransport seien im letzten Jahr deutliche Veränderungen erkennbar.
Der Seegüterumschlag am Hamburger Hafen sei rückläufig, der Schienentransport von China gehe inzwischen überwiegend nach Russland.
Die Diskussion beleuchtete auch unterschiedliche Konzepte der wirtschaftlichen Integration des eurasischen Raumes, von der Eurasischen Wirtschaftsunion über die Seidenstraßen- bis hin zur Global Gateway Initiative. Auch aktuelle Entwicklungen wie das Treffen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping mit den Staats- und Regierungschefs der zentralasiatischen Staaten einige Tage zuvor wurden beleuchtet.
Dem spannenden Vortrag folgte eine interessante Diskussion.
Moderation: Christoph Polajner.
On May 23, 2023, Uwe Leuschner spoke about the transport corridors between China and Europe, which he has long played a leading role in shaping. Among other things, Leuschner was Senior Vice President Business Development Eurasia at DB Cargo AG, CEO of DB Cargo Russia and Group CEO at Far East Land Bridge.
The native East German drew an interesting picture of Chinese society from his diverse experiences, describing on the one hand the peculiarity of those slowing down reform in China, but also describing the irrepressible entrepreneurial spirit, especially of younger Chinese, who adopted Western languages. Existing trade barriers could often be eliminated through personal contacts between entrepreneurs.
Leuschner gave an overview of the development he helped shape from the transport of the first containers to a transport network spanning two continents. He also pointed out the further potential of increasing connectivity, as well as the dwindling role played by Germany in this context due to its own political decisions. Significant changes in the transport of goods have also become apparent over the past year.
Seaborne cargo handling at the Port of Hamburg is declining, and rail transport from China is now mainly going to Russia.
The discussion also highlighted different concepts of economic integration of the Eurasian region, from the Eurasian Economic Union to the Silk Road and Global Gateway Initiative. Current developments such as the meeting of Chinese President Xi Jinping with the leaders of the Central Asian states a few days earlier were also highlighted.
The exciting lecture was followed by an interesting discussion.
Moderator: Christoph Polajner.
2022
Hauke Ritz: Endspiel EuropaHauke Ritz: Endgame Europe
RückblickReview
Dr. Hauke Ritz stellte das gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrike Guérot verfasste Buch „Endspiel Europa“ vor. Er präsentierte ein interessantes Bild von einem zukünftigen Europa. Seiner Meinung nach muss Europa durch mehr Autonomie zu sich selbst finden.
Dr. Hauke Ritz presented the book “Endspiel Europa” (Endgame Europe), co-authored with Prof. Dr. Ulrike Guérot. He presented an interesting picture of a future Europe. In his opinion, Europe must find itself through more autonomy.
Prof. Anatol Lieven: Handlungsoptionen für die Ukraine, Russland und die EUProf. Anatol Lieven: Choices for Ukraine, Russia and the EU
RückblickReview
Veranstaltung mit Prof. Dr. Lieven in Berlin. Prof. Lieven, der regelmäßig in den internationalen Medien publiziert, beschrieb den aktuellen Gesamtzustand des postsowjetischen Raumes zwischen EU und Asien. Er ging auch auf den Ukraine-Konflikt ein.
Moderation: Alexander Rahr.
Event with Prof. Dr. Lieven in Berlin. Prof. Lieven, who regularly publishes in the international media, described the current overall state of the post-Soviet space between the EU and Asia. He also addressed the Ukraine conflict.
Moderator: Alexander Rahr.
Globale Bedeutung der CICA-KonferenzThe global significance of the CICA conference
RückblickReview
Am 14.10.2022 führte die Eurasien Gesellschaft unterstützend eine wissenschaftliche Konferenz in der Kasachischen Botschaft in Berlin durch. Thema war die „Globale Bedeutung der Konferenz zur Koordinierung von Aktionen und vertrauensbildenden Maßnahmen in Asien (CICA).“ Der Botschafter a. D. Dr. Dr. Arne Seifert referierte als Experte für Zentralasien. Er, der früher in der Region gearbeitet hat, sprach ausführlich über die geopolitischen und geoökonomischen Verschiebungen in Zentralasien.
On 14 October 2022, the Eurasien Gesellschaft supported a scientific conference at the Embassy of Kazakhstan in Berlin. The topic was “Global Significance of the Conference on Coordination of Actions and Confidence Building Measures in Asia (CICA).” Ambassador (ret.) Dr. Dr. Arne Seifert spoke as an expert on Central Asia. Having previously worked in the region, he spoke at length about the geopolitical and geo-economic shifts in Central Asia.
Wladimir Putin: Eine politische BiographieVladimir Putin: A political biography
RückblickReview
Herr Thomas Fasbender - deutscher Journalist und Publizist - stellte im Restaurant Paris-Moskau sein neues Buch „Wladimir Putin. Eine politische Biographie“ vor. Laut Fasbender kann man die schicksalhaften Entscheidungen Putins durch das genaue Studium seiner Biographie nachvollziehen.
Mr. Thomas Fasbender - German journalist and publicist - presented his new book “Vladimir Putin. A Political Biography” at the restaurant Paris-Moscow. According to Fasbender, one can understand Putin’s fateful decisions by studying his biography in detail.
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